Arbeiten im und am Schildkrötengehege-Monat Mai

Inkubation-griechische Lnadschildkröte in unserem DSchildkrötengehege

Der Wonnemonat Mai hat es im Jahr 2021 nicht so richtig verdient. Zumindest bei uns im Hunsrück hatten wir es im Mai kalt und regnerisch.
Hier sieht man dann aber wieder, warum Wärmelampen so wichtig sind!
Nachdem sich unsere Rasselbande morgens unter der Lampe auf Betriebstemperatur gebracht hatten, rennen sie selbst bei nasskaltem Wetter im Gehege rum.
Reptilien sind poikilotherm, können also keine eigene Körperwärme erzeugen und sind auf die Umgebungstemperatur angewiesen.

Aktivitätstemperatur und Vorzugstemperatur

Dabei unterscheidet man zum einen die Aktivitätstemperatur und die Vorzugstemperatur („Betriebstemperatur“).
Die Aktivitätstemperatur umschreibt die Temperatur, die Landschildkröten für die normale Aktivität benötigen (.z.B. Laufen und Klettern im Gehege). Diese Temperatur ist breiter gefächert als die Vorzugstemperatur und kann sich unter der „Betriebstemperatur“ befinden.
Die Vorzugstemperatur wird angestrebt, um eine optimale Stoffwechselleistung zu erbringen. Bei dieser „Betriebstemperatur“ laufen die Nahrungsaufnahme und Verdauung optimal ab.
Bei europäischen Landschildkröten liegt die Vorzugstemperatur bei ca. 35 Grad. Zur Zeit im Hunsrück oder in den Übergangszeiten können diese Temperaturen nur mit Wärmelampen im Schutzhaus erzeugt werden.

Abends werden alle in die Schutzhäuser eingeschlossen

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Leider schaffen es ein, zwei Tiere aus der gemischten Gruppe später bei diesen kühlen Temperaturen oft nicht mehr ins Schildkrötenhaus. Bei unserer Männer-WG mit vier Tieren sind, sehr vorbildlich, alle abends im Frühbeet (Ausnahmen bestätigen die Regel.:-)..)
Also muss ich (oder Sonja) in der Abendstunde nach dem Durchzählen im Schildkrötenhaus durch das Gehege und die Nachzügler einsammeln. In den Jahren hat man aber langsam raus, welches Tier sich wo am liebsten aufhält und findet sie dann relativ schnell.
Da wir direkt am Waldrand wohnen, ist es Pflicht, das alle Tiere Abends sicher in ihren Schutzhäusern eingeschlossen sind.
Warum ich so handle (und viele andere Halter auch): Dazu dann später ein eigener Beitrag.

Eiablage

Wir so oft war es mal wieder unsere 60- jährige Susi, die als Erste mit der Eiablage begonnen hatte. Doch während sie in all den Jahren den vorgesehen Eiablageplatz bevorzugte, buddelte sie mittags in einem Pflanzring fleißig.
Da ich es nur im Augenwinkel kurz gesehen hatte, machte ich mir zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken.
Abends, als ich die Tiere einschloss, bemerkte ich in diesem Pflanzring leicht bedeckt einen weißen Stein?!
Ich schaute mir das genauer an und der Stein stellte sich als Ei heraus. Und darunter kamen dann noch weitere 6 Eier zum Vorschein.

Bergung der Eier

Beim Bergen der Eier ist äußerste Vorsicht geboten.
Mit einem Löffel wird die Erde vorsichtig entfernt und mit einem Pinsel die Eier freigelegt. In eine mit Erde oder Vermiculit vorbereitete Schale werden die Eier gelegt. Damit die diese nicht aus Versehen gedreht werden, wird mit einem weichen Bleistift die obere Seite markiert. Nach einer Woche schwimmt der Keimling über dem Dotter. Wird in dieser Zeit das Ei gedreht, würde der Embryo vom Eidotter erdrückt und absterben.
Da ich ja nicht züchte, schlug ich die Eier auf und entsorgte sie.

Inkubation

Für jeden Halter ist es was tolles, das erste Mal eigene Nachzuchten im Garten rennen zu sehen. Ich für meinen Teil habe zweimal Eier ausbrüten lassen und seither haben wir ein kleines Freigehege mit 4 Nachzuchten. Leider hatten es nicht alle geschafft, was ich aber als natürliche Auslese der Natur betrachte.
Für ein erfolggekröntes Ausbrüten gibt es verschiedene Inkubatoren auf dem Markt. Selbst mit Eigenbauten werden Eier erfolgreich ausgebrütet. Es ist also kein Hexenwerk Eier auszubrüten.

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Ich verwendete hierzu einen Flächenbrüter 400/rep von Bruja. Bei einer Temperatur von 32-33 Grad und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70% ohne Nachtabsenkung schlüpften die Tier bei uns nach ca. 54-57 Tagen. Bei einer Inkubation mit Nachtabsenkung kann die Zeit bis zu 90 Tage betragen.
Als Brutsubstrat hatte ich Vermiculit und einmal die Gartenerde genommen, in denen die Eier von den Weibchen gelegt wurden.

Die Scheiteltemperatur bei griechischen Landschildkröten (Abhängig vom Herkunftsgebiet der Tiere) liegt bei ca. 32.5 Grad. Das bedeutet, das ab dieser Temperatur überwiegend Weibchen schlüpfen.

Geschlechterverhältnis

Um eine harmonierende, gemischte Gruppe im Gehege laufen zu lassen, ist ein Geschlechterverhältnis von mindestens 1:2 empfehlenswert (ein Männchen: zwei Weibchen) besser aber von 1:3.
Solch ein Verhältnis ist aber leider immer noch keine Garantie, das die Gruppe funktioniert. So kann z.B. ein Männchen ständig nur einem Weibchen nachlaufen und die anderen komplett ignorieren. In solch einem Fall ist es notwendig, das gestresste Weibchen separieren zu können.
Sollte das Männchen zu liebestoll sein und auch die anderen Weibchen zu stark bedrängen muss das Männchen einzeln für eine bestimmte Zeit von den Weibchen getrennt werden.

Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Wechsel zu einem separaten Gehege nicht zu oft erfolgt, da sich in den Gruppen mit der Zeit Hierarchien ausbilden.
Wird dieses Gefüge durch Umsetzen öfters gestört, kann dadurch mehr Unruhe entstehen, als es durch die kurzzeitige Balz der Männchen aufkommt.
Besteht keine Möglichkeit, das bedrängte Weibchen zu separieren und wird es dauerhaft bestürmt, kann es auch zu einer Legenot kommen. Zeigt das Tier Anzeichen einer Legenot, muss schnellstens ein schildkrötenerfahrener Tierarzt kontaktiert werden.

Legenot

Bei einer Legenot können trächtige Weibchen aus verschiedenen Gründen die fertig ausgebildeten Eier nicht ablegen.
Anzeichen einer Legenot können sein:
unruhiges Umherlaufen, mehrere erfolglose Versuche von Probebohrungen, Lähmungserscheinungen der Hinterbeinen, Futterverweigerung, apathischen Verhalten

Zeigt das Tier Anzeichen einer Legenot, muss schnellstens ein schildkrötenerfahrener Tierarzt kontaktiert werden.
Ursachen für eine Legenot können sein:
• allgemeiner schlechter Zustand des Tieres durch fehlerhafte Ernährung (falsches Futter, fehlende Calciumquellen)
• Störungen bei der Eiablage durch andere Tiere und/oder den Halter
• Fehlende Eiablageplätze
• falsche Temperaturbedingungen (zu kalt oder zu warm)
• falscher Untergrund
• stressbedingt durch Veränderungen in der bestehenden Gruppe (Neuankömmlinge)
• Sehr große Eier
• chronische Erkrankungen

Weitere Arbeiten im Gehege:

Um in dieser Zeit die eierlegenden Weibchen nicht stören, sollten sich die Arbeiten im Gehege auf ein Minimum reduzieren. Im Mai habe ich die eine oder andere Pflanze ersetzen müssen, da es einige nicht über den Winter geschafft hatten.
So hatte ich mir eine Yuccapalme gekauft, die in den erweiterten Teil des Geheges eingepflanzt wurde. Erweitert wird das Schildkrötengehege der gemischten Gruppe um ca. 10 qm. (Bilder und Bericht dazu später in einem anderen Beitrag).
Wichtig in dieser Jahreszeit ist es, das die Tiere genügend zu fressen haben. Demnach heißt es jeden Tag für uns ausreichend Wildkräuter suchen und in den Gehegen verteilen. Durch das besch…… Wetter sind leider noch nicht genügend Wildkräuter in den Futterwiesen gewachsen, so dass ich öfters in den umliegenden Wiesen und im Wald auf Futtersuche gehe.

 

Die Darstellung der Produkte wurde mit dem Plugin AAWP umgesetzt.

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