Jeder fängt mal klein an-aber leider nicht immer richtig!

Nachzucht 2018

Zur Zeit lese und sehe ich wieder vermehrt Bilder von neuen Haltern europäische Landschildkröten, die stolz ihre neue Gehege samt neuen Lieblingen in den diversen Facebook-Gruppen posten. Bei vielen denke ich: „ Sehr gut, toll..für einen Anfänger schon richtig gut“. Natürlich ist das eine oder andere noch zu verbessern, aber das sind dann manchmal nur kleine Nuancen. Diese Halter haben sich (zum Teil schon ein Jahr vorher oder länger!) Gedanken über die Tiere und deren Haltung gemacht. Sei es nun im Internet auf verschiedenen Seiten, in den Facebook-Gruppen, in Foren oder haben sich in Büchern schlau gemacht. Mein absoluter Respekt für solch eine Vorgehensweise!

Und dann gibt es auch wieder gegenteilige Bilder. Halter, nicht minder stolz auf ihre „Gehege“ und Tiere sind,  aber zum Teil komplett am Thema vorbei gebaut. Schlimm, wenn europäische Landschildkröten freudig in einem neuen Terrarium präsentiert werden. Hier frage ich mich schon, warum man heute jeden Käse googelt, aber wie europäische Landschildkröten gehalten werden scheint dann im Internet nicht behandelt zu werden?!

Letzte Aktualisierung am 14.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Viele sehen dann auch ein, nach etwas Beratung und entsprechenden Bildern oder Links, das ihre Haltung etwas optimiert werden muss und ändern es dementsprechend. Aber so weit muss es ja nicht kommen, wenn vorher Informationen eingeholt werden. In der heutigen Zeit ist man nur ein Klick davon entfernt.

Meine Anfänge und das erste Gehege

Dabei muss ich dann auch an meine Anfänge denken. Zwar gab es 2001 auch schon Internet, aber die Informationen über die europäischen Panzertiere waren da doch recht dürftig. Und so begann meine Haltung dann auch mit einigen Missverständnissen und Fehlern.

Ich kann gar nicht genau schreiben, wie ich auf Landschildkröten gekommen bin. Mitte der 90-er hielten Verwandte und Bekannte Wasserschildkröten. Auch sehr schön, aber Wasserplanscher waren und sind auch jetzt nicht unbedingt mein Ding. Es muss wohl ein Besuch im Frankfurter Zoo gewesen sein, der mich diesen Urzeitviechern auf Land näher brachte. Wie geschrieben, im Internet gab es nicht sehr viel darüber also kaufte ich mich erst mal ein Buch dazu. Ich möchte jetzt lieber nicht schreiben, welches Buch das war, aber im Nachhinein betrachtet kann ich Anfänger zum Teil verstehen, wenn sie ihre Haltung auf solcher Lektüre aufbauen. Mit diesem „Wissen“ stöberte ich dann weiter im Internet und fand in meiner Nähe dann auch einen Züchter von Griechischen Landschildkröten. Also Termin gemacht und hingefahren.

Und ich muss sagen, ich war überrascht! Der Züchter hielt die Tiere im Freigehege mit einem Frühbeet!! So stand es aber nicht im Buch! Hier war die Rede von einem Terrarium mit Lampe! Zum Glück kam ich an einen Züchter, der mir davon abriet bzw. mir erklärte, das er die Tiere nur in artgerechte Haltung sprich Freigehege abgibt. Da ich mich aber schon nach dem Buch gerichtet hatte, stand bei uns im Wohnzimmer ein fertig eingerichtetes Aquarium (hatte ich noch von meiner Zeit als Gubby-Halter übrig!). Begeistert war der Züchter nicht, aber ich versprach umgehend ein Freigehege zu bauen. Fehler vom Züchter: keine Tiere raus geben, so lange kein Freigehege fertig ist! Aber diese Erfahrung würde ich dann später nochmal machen!

Landschildklröten
Heute ein absolutes No Go! Aber damals wusste ich es nicht besser.

Also nahm ich dann die ersten beiden Griechische Landschildkröten mit nach Hause. Ein Nachzucht aus 2000 und eine aus 2001 mussten dann zuerst mal in ein Aquarium ins Wohnzimmer. Alle waren super begeistert von diesen Exoten und fanden es „total süß“ wie die beiden sich ans ans Glas drückten. Damals war man der Meinung, das die Tiere neugierig sind und sich alles ansehen wollten. Heute weiß ich: die wollten da raus!!

Das erste Futter? Na klar…Eisbergsalat aus dem Laden!

Aber ich hatte dem Züchter ja versprochen und ich sah es (zum Glück!) auch ein. Die Tiere müssen raus. Also wurde kurze Zeit später in unserem großen Garten mit 8 Brettern ein „Gehege“ gezimmert. Die Bretter waren 3 m lang. Also mal kurz 9 qm für zwei Winzlinge. Den Boden abmagern bzw. Teile vom Gras entfernen gab es damals noch nicht.

Frühbeet mit Technik? Wieso? Die passen sich der Temperatur schon an!

Freigehege zu Anfang
Eines der ganzen wenigen Bilder aus der damaligen Anfangszeit- ein sehr bescheidenes Freigehege!!

Also habe ich einen Holzkasten gezimmert damit sich die Tiere Nachts dort schlafen legen können. Zumindest war das mein Gedanke! Taten sie natürlich nicht bzw. gingen nicht in das so schöne Häusle rein. Und jetzt sucht mal auf 9qm mit fast nur Grasfläche zwei solche Winzlinge!!! Ich habe die Mistviecher mehr wie einmal zum Teufel jagen können. Aber war ja meine Schuld! Was baue ich da auch für Jungtiere solch ein großes Gehege, das dann auch noch fast nur mit Gras bedeckt ist.

Aber mit der Zeit findet man im Internet doch immer mehr und fängt an das Gehege etwas umzugestalten, Gras raus zu nehmen und trockene Plätze anzubieten. Auch die Winterstarre durften unsere Tiere von Anfang an halten. Unsere starrten in einem ausrangierten Kühlschrank das auch super funktionierte.

Und weil alles so „gut“ funktionierte, hatten wir uns dann im Jahr darauf beim selben Züchter noch zwei weitere Nachzuchten geholt (Platz war ja da!!).

Letzte Aktualisierung am 13.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Da mir das kleine Holzhaus doch nicht so gefiel, musste dann auch hier was neues her. Mittlerweile fand ich dann auch heraus, das punktuelle Wärme morgens ja gar nicht so schlecht für die Tiere ist. Also mal kurz was gemauert und eine passende, doppelverglaste Fensterscheibe ob drauf gelegt. Erdkabel verlegt, damit auch eine schöne Wärmelampe brennen kann (Hier half mir dann mein Schwager!). Nicht hübsch, auch nicht besonders praktisch, aber OK. So verging dann die erste Zeit ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Der erste Kontakt

Durch das soziale Netzwerk „wer-kennt-wenn“ (kennt heute wahrscheinlich keiner mehr) kam ich dann mit anderen Schildkrötenhaltern in Kontakt. Es war, glaube ich, im Jahr 2006 oder 2007 als ich dann doch feststellen musste, das meine 4 (die sich dann später auch alles als Männchen outeten) zumindest mal in einem Freigehege lebten, das aber nicht so optimal eingerichtet ist. Die Umrandungsbretter wurden auch schon so langsam morsch, also musste auch hier was getan werden. Es wurde noch mehr gepflanzt, Steine und Wurzeln verteilt und als Umrandung nahm ich nun Pflanzsteine.

In dieser Zeit fielen dann auch erst mal die Namen Thorsten Geier und auch Wolfgang Wegehaupt. Beide sollten dann später dank ihre Bücher meine Haltung mit grundlegend verändern.

Das Jahr 2009-der Wendepunkt

Dieses Jahr hatte zwei ganz wichtige Ereignisse bzw. Erlebnisse was meine Haltung, Interesse, einfach alles was mit griechischen Landschildkröten zu tun hatte auf ein oder besser geschrieben auf mehrere Level anhob.

Das erste Ereignis könnte den einen oder anderen zum schmunzeln bringen. Aber in diesem Jahr hatte ich nach 20 Jahren Fußball in der ersten Mannschaft meine Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Was hatte sich meine Frau gefreut! Endlich mal nicht immer das Gejammer Sonntags mittags zu ertragen oder, kam leider auch vor, vom Kaffeetisch aufspringen und ins Krankenhaus fahren, weil der liebe Mann mal wieder die Haxen gebrochen hat.

Mit damals „jugendlichen“ 38 Jahren hatte ich aber auch nicht mehr so die Lust mich Sonntags zertreten zu lassen. Also lasse mir das jetzt. Doch plötzlich hatte ich jede Menge Zeit. Sonntags nicht mehr spielen, Training mit der Mannschaft fällt auch weg.

OK, wendest dich dann halt dem anderen Hobby mehr zu.

In wkw (wer-kennt-wenn) gab es dann auch Gruppen über Schildkröten in denen meist friedlich und freundlich diskutiert wurde (also gar kein Vergleich zu anderen Gruppen in der heutigen  Zeit auf Facebook). Damals lernte ich dann auch eine Züchterin von griechischen Landschildkröten kennen, die zu dieser Zeit schon sehr viel Wissen über diese Panzertiere hatte und auch weiter gab. Diese nette Dame aus dem Frankfurter Raum, ich nenne sie mal Kassio, gab mir auch Tipps um die Haltung weiter zu optimieren. Eines Tages bot Kassio in dieser Schildkrötengruppe (ich glaube, die hieß damals „Griechische Landschildkröten“) zwei Weibchen und ein Männchen zu einem annehmbaren Preis an. So langsam machte mir das Hobby immer mehr Spaß und der Gedanke mal diese wunderbaren Tiere mal nachzuzüchten reizte mich dann auch. Also fragte ich ganz lieb, wie eigentlich immer, meine Frau um Erlaubnis diese Tiere kaufen zu dürfen. Nachdem sie dann auch grünes Licht gegeben hatte, meldete ich mich wieder bei Kassio und wollte den Deal fertig machen.Unser Freigehege

Doch so schnell ging es nicht bei ihr und im Nachhinein war dies das Beste, was mir im Bezug auf meine Haltung der griechischen Landschildkröte passieren konnte. Kassio hängt sehr an ihren Tieren und vermittelt sie wirklich nur an Halter, die ihren Anforderungen gerecht werden. Also verlangte sie Bilder von meinem Freigehege. „Klar“ dachte ich, „kein Problem“. Habe ja ein großes Gehege, viel Platz drumherum zum erweitern und auch sonst alles, was zur Haltung benötigt wird.

Von wegen!

Unsere Susi-ca.55-jähriges THB-Weibchen
Unsere Susi-ca.55-jähriges THB-Weibchen

Nachdem ich ihr die Bilder geschickt hatte, gab sie mir ganz dezent zu verstehen das ich bei diesem Gehege ihre Tiere NICHT bekommen würde (warum schreibt man dann eigentlich immer alles groß? Oder hat das eine andere Bedeutung?)! Erstmal musste ein zweites Gehege her (unsere 4 hatten sich ja als Männer geoutet und  5 Männchen mit zwei Weibchen kann natürlich nicht gut gehen) und das „Frühbeet“ war auch „unter aller Sau“! Ich muss gestehen, bei dieser Kritik musste ich erst mal kurz durchatmen. Der eine oder andere hätte wahrscheinlich den Kontakt abgebrochen (was ja leider in verschiedenen Facebookgruppen öfters vorkommt). Aber dies spornte mich nur an, die Haltung noch mehr zu optimieren. Kassio bot mir dann auch an sie mal daheim zu besuchen und sich ihre Anlage anzusehen. Der Ehrgeiz hatte mich gepackt, also Frau und Kinder eingepackt und ab nach Hessen.

Mulmig war mir schon. Musste mir aber keine Gedanken machen, denn obwohl Kassio schon damals zu den sogenannten „Besserwisser“ gehörte und mich dann schon rund machte wegen meinem Gehege, war sie überaus nett und freundlich. Und vor allem….ihre Anlage war und ist ja immer noch der absolute Hammer. Riesige Anlage mit Frühbeeten, Gewächshaus etc. War einfach nur toll! Und das wollte ich auch! Zwar nicht genauso, da hätte mich meine Frau vom Hof gejagt, aber zumindest mal ein neues Frühbeet.

Ich versprach also Kassio mein Gehege zu optimieren! Sprich: ein neues Frühbeet bzw. zweites Gehege muss her.

Daheim angekommen im Internet das Beckmann-Frühbeet gesucht und gleich den ersten Dämpfer erhalten. „ Hast du sie noch alle??“ fragte mich meine Frau (wenn ich das richtig verstanden habe, müsste ich ihre Worte doch jetzt groß schreiben?!). Aber ich hatte einen anderen Plan. Ich wollte ja ein zweites Gehege bauen und brauchte daher zwei von diesen Teilen! Es wurde eine ungemütliche Nacht für mich. Am nächsten Morgen hatten wir uns dann geeinigt. Die Frühbeete sollen in der Mitte der beiden Gehege stehen. Zum Wald hin bekommen die Männchen ihr Gehege, zum Haus hin die drei anderen.Ich brauchte dann auch keine zwei Frühbeete, sondern „nur“ eines mit Anbau. Innen in der Mitte zog ich eine Mauer, so dass die Gruppen getrennt waren. Sparte mir dann 100,-.

Bei Blüten gibt es kein Halten mehr

Aber waren immer noch 600,- EURO für Alltop-Frühbeet mit Anbau. Also eine Investition, mit der ich so nie gerechnet hatte, aber die mich jetzt noch mehr antrieb die Haltung zu optimieren. Diese 600,- waren ja nicht alles. Gehege erweitern, Strom neu legen, neue Lampen etc. Das kostet schon bisserl was. Deshalb betone ich auch immer wieder bei Anfragen von Anfängern das die Kosten nicht unterschätzt werden dürfen. Wir haben ja alles selber gemacht/gebaut (später ja noch das Schildkrötenhaus) aber summa summarum komme ich da auf einen Betrag von 2000,- oder paar Euro mehr. Andere Halter haben da zum Teil viel mehr ausgegeben.

Aber zurück ins Jahr 2009. Nachdem nun Frühbeete aufgebaut, Technik installiert und ein zweites Gehege fertig waren gab dann auch Kassio das OK und wir bekamen die drei.

Nun ging das Ganze Schlag auf Schlag. Angetrieben von meinem Ehrgeiz (und meiner Frau!) wurde die Haltung immer mehr optimiert, die Gehege wurden fast jährlich vergrößert und ich las mich in diversen Büchern schlau. Die gemischte Gruppe wurde auch etwas grösser und erste Nachwuchs stellte sich 2014 ein. Nun begann ich auch diverse Workshops zu besuchen um mich weiter zu bilden und mich mit anderen Schildkrötenhaltern auszutauschen.

Zwar bin ich zeitlich nicht so flexibel, aber ich versuche dann doch den Workshop in Landau, den von Thorsten Geier in Gießen zu besuchen und im Saarland bin ich dann auch noch ab und zu. So lernte ich dann noch mehr dieser positiv verrückten Haltern kennen, die mir dann auch wieder den einen oder anderen neuen Denkanstoß gaben. Viele von diesen „Besserwisser“ halten schon seit Jahren diese Tiere und bereisen zum Teil auch deren Habitaten. Diese wissen es tatsächlich besser und geben ihre Erfahrungen auch gerne weiter ohne ausfallend zu werden (im Gegensatz zu den anderen „Besserwisser“ die es meistens nicht besser wissen und noch vor einem halben Jahr ein Erdkröte nicht von einer Schildkröte unterscheiden konnten). So hatte ich dann vor vier Jahren das erste Schildkrötentreffen im Hunsrück durchgeführt und im letzten Jahr das zweite mit Haltern aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich!

Dieses Hobby macht unheimlich viel Spaß! In dieser Zeit wurde ich zum Maurer, Elektriker (aber lasst die Anschlüsse besser von einem richtigen Elektriker machen), Gärtner, Botaniker, Zoologe und Event Organisator (habe ich noch was vergessen?!). Also, ich bin jeden Tag irgendetwas schildkrötenmäßig am machen. Und um nun meiner Erfahrung und anderer weiter zugeben habe ich dann vor 4 Jahren begonnen diese Seite aufzubauen. Und um auch ganzjährig diese Mistviecher (das ist jetzt ganz lieb gemeint!) um mich zu haben, sind im Jahr 2014 ostafrikanische Spaltenschildkröten bei uns eingezogen.  

Ostafrikanische Spaltenschildkröten
Ostafrikanische Spaltenschildkröten

Was wollte ich eigentlich  jetzt mit alldem sagen?

Erstens: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

(Macht eigentlich 3,- EUR für das Phrasenschwein! Für die „Nichtfußballer“: Sonntag vormittags: Sport1. „Doppelpass“). Selbst unter uns „Besserwissern“ (so bisserl zähle ich mich dann auch dazu) wurden zu Anfang, nicht nur von mir, gravierende Fehler gemacht.

Zweitens: Auch mal Kritik einstecken!

Wer mich kennt, weiß das ich mit Kritik nicht so gut kann. Das können viele andere aber auch nicht und stellen dann oft auf Durchzug und machen komplett zu. Damit ist aber den Tieren leider gar nicht geholfen. Dann muss man auch einfach mal die Faust in der Tasche ballen (3,- EUR!) und (berechtigte) Kritik annehmen (wie ich es bei Kassio tat!). 

Drittens: Lerne ein Leben lang.

Das gilt nicht nur für das Leben an sich sondern ins besondere für dieses Hobby. Diese Tiere werden nun mal nicht mehr so gehalten wie vor 40 Jahren! Hackfleisch, in Milch eingeweichte Brötchen zum fressen und Terrarium für europäische Landschildkröten ist keine naturnahe Haltung! Auch ein Leben im Freigehege ohne Technik ist unseren Breitengraden nicht artgerecht (Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel). Wie oft musste ich schon lesen, das die Tiere schon seit 20 Jahren so leben. OK, für ein Kaninchen sind 20 Jahre ein stolzes Alter, aber europäische Landschildkröten können über 100 Jahre alt werden. Sie sind sehr robust und leiden jahrelang bei falscher Haltung! Leider werden diese Tiere oft auch nicht viel älter.

Zu meinen Anfängen gab es leider noch nicht so viel an vernünftiger Literatur und im Internet fand ich auch nichts über die Haltung europäischer Landschildkröten. Aber heute gibt es so viel an Informationen und auch neuen Erkenntnissen, das ich immer mal wieder kleine Haltungsparameter ausprobiere oder ändere. Vor paar Jahren war eine „Schotterpiste“ der heilige Gral des Gehegesbaus und Gras wurde verteufelt. Heute ist eine Kombination mit Trockenzonen und Gras wesentlich effektiver (man bedenke, das Schlüpflinge durch das feucht-warme Mikroklima im Gras/Grasbüschel erst so schön glatt wachsen).Schildkröte im Gehege

Ich kann euch nur empfehlen zusätzlich Workshops oder sonstige Veranstaltungen zu besuchen. Die Vorträge (bis jetzt meine Erfahrung) sind super und die Kontakte die man knüpft und die Gespräche die geführt werden sind unbezahlbar.

Viertens: Geduld!

Eine Gehege wird NIE fertig. Ich baue, verändere und optimiere seit 17 Jahren an den Gehegen und es wird wohl so weiter gehen bis zum Sankt-Nimmerleinstag-Tag. Wollte ich vor Jahren an einem Tag alles ändern, baue ich heute etappenweise um oder an. Man sollte auch nicht auf einen Schlag alles ändern, da die Tiere sonst stressanfäliger werden. Landschildkröten sind Gewohnheitstiere und haben grosse Veränderungen nicht so gerne. 

Fünftes: Nimm deinen Partner mit ins Boot (bzw. mit ins Gehege)

Ok, DAS ist schwierig, weil Außenstehende uns wahrscheinlich eh für bekloppte halten. Für mich war es das normalste der Welt mit einem Handwagen beladen mit Steinen grüßend am Nachbar vorbei zu gehen. Für meinen Nachbar ist dies nach all den Jahren schon nichts besonderes mehr. Aber für andere???

Seit 1990 werden die Entscheidungen in aller Harmonie gemeinsam getroffen-also, mal mehr oder weniger..:-)
Seit 1990 werden die Entscheidungen in aller Harmonie gemeinsam getroffen-also, mal mehr oder weniger..:-)

Umso schöner und leichter ist es doch, wenn dieser, mit Steinen schwer beladener Wagen zu zwei gezogen wird. Oder man bringt Abends seinem Partner einen frisch gepflügten Blumenstrauß mit, der dann postwendend bei den Tieren als Futter landet (hier sollte man dann natürlich schon darauf achten, das es auch genießbare Blumen sind..;-)). Ich für meinen Teil kann mich glücklich schätzen, denn meine Frau hat sich vor Jahren auch in diese Tiere verliebt. Blumen gibt es so fast jeden zweiten Tag in der Blütezeit. Nur lasse ich den ersten Schritt dann schon mal gleich weg um Zeit zu sparen und werfe den Strauß direkt ins Gehege! Auch werden romantische Spaziergänge in der Natur mal dazu genutzt Futterpflanzen zu bestimmen, Erweiterungen zu besprechen oder ein Treffen zu planen.

Und auch unsere zwei Kids helfen mittlerweile mal aus, wenn Not am Mann ist.

Das also mal kurz über meine Anfänge als Schildkrötenhalter mit dem einen oder anderen kleinen Augenzwinkern. Beherzigt man den ein einen oder anderen Punkt, lässt sich auch von Rückschlägen nicht beeindrucken und bleibt am Ball, kann dieses wunderbare Hobby einem (oder beiden?) ein Leben lang Freude bereiten.

Eigentlich perfekt! Oder?

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Anmerkung von mir: z.B eine schöne Gehegeumrandung, Höhlen oder Trockenzonen

Unser Freigehege im Jahr 2017-Foto: Thorsten Geier
Unser Freigehege im Jahr 2017-Foto: Thorsten Geier

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