Landschildkröten im Hunsrück-wie alles begann

Schildkrötengehege

Im Jahre 2001, genauer im August war es soweit…meinem, für meine Frau damals seltsamen Wunsch, eine Landschildkröte zu halten, erfüllte ich mir mit zwei Griechische Landschildkröten. Damals waren die Informationen, trotz Internet, nicht so leicht zu bekommen. Aber ich hatte Glück und geriet zufällig an einen Züchter dieser Panzerträger in meiner Nähe .

Besuch beim Züchter

Nach telefonischer Terminabsprache fuhren wir dann zum Züchter und waren begeistert von den kleinen Nachzuchten-leider damals im Terrarium. In jener Zeit wussten wir es aber nicht besser und machten uns keine weiteren Gedanken, weil uns der Halter erklärte, das die Nachzuchten erstmals im Terrarium und später zu den Großen ins Außengehege kommen. Auch diese hatte er uns gezeigt und für mein damaliges Wissen (was damals noch nicht so viel war) fand ich natürlich alles toll.

Wir suchten uns dann zwei Tiere, eine Nachzucht 2000 und eine Nachzucht von 2001 aus.

Testudo hermanni boettgeri-Griechische Landschildkröte
Unsere Susi-Griechische Landschildkröte (Ostart)

Da diese in der ersten Zeit im Terrarium lebten, war nun unsere Aufgabe ein entsprechendes herzurichten. Ein altes Aquarium mit den Maßen 100x50x60 cm wurde eingerichtet und kurze Zeit später zogen die beiden bei uns ein. War schon das Terrarium nicht die beste Idee, hatte ich bei der Ernährung die typischen Anfängerfehler gemacht. Salate, Tomate, Gurke und die allzeit beliebte Erdbeere. Da aber schon der Züchter sagte, das seine Nachzuchten später zu den Älteren dazu kommen, stand da schon zum Glück fest, das unsere Tiere im Jahr darauf ins Freie ziehen werden.

Das erste Freigehege hatte die Maße 3,50 x 3,50 m. Für eine Zweijährige und Einjährige natürlich sehr groß, also mussten noch zwei weitere Tiere her. Im Frühjahr wurde das Gehege gebaut und zwei weitere Schildkröten gekauft.

Nach längeren Recherchen konnte ich dann doch die Haltung und, ganz wichtig, die Ernährung ändern. Auch die Winterstarre wurde in diesem Jahr erstmals durchgeführt.

Nach und nach wurde das Gehege vergrößert (jetzt mit Pflanzsteinen als Umrandung). Das Frühbeet vom einfachem Baumarkt-Saatbeet, selbstgebauten Beet bis hin zu einem Beckmann-Frühbeet mit Alltop-verglasung einschließlich entsprechender Elektrik umgebaut und erweitert. Mittlerweile ist die Anzahl auf 9 Tiere gewachsen und das Gehege wurde in zwei aufgeteilt mit insgesamt ca. 70 qm Gesamtfläche. Im Jahr 2013 wurde für die Zuchtgruppe, 3 Weibchen und einem Männchen, ein Schildkrötenhaus mit Überwinterungsgrube gebaut.

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Update 2018

Um den jetzt 12 Tieren die Möglichkeit zu geben sich selbst ihr Futter zu suchen, habe ich im Jahr 2017 noch direkt an den Gehegen eine Futterwiese angelegt. Diese kann ich abtrennen und immer nach Bedarf für die Tiere öffnen. Bei den 70 qm war es kaum möglich, das die Pflanzen sich erholen bzw. in Ruhe wachsen können. So sind reine 20 qm Futterwiese hinzugekommen. Nach einer Erweiterung im Jahr davor sind es nun 100 qm inkl. der Futterwiese. Aber Platz für Erweiterungen ist noch genügend da. Da muss dann aber auch meine Frau mitspielen.

Im Jahr 2014 habe ich mir dann meinen nächsten Wunsch erfüllt:

Ostafrikanische Spaltenschildkröten (Landschildkröten) leben nun bei uns im Hunsrück

Landschildkröten sind so tolle Tiere, doch in den Wintermonaten halten europäische Arten nun mal eine Winterstarre von ca. 4-5 Monaten. Da kam dann die Frage bei mir auf: „ Was mache ich denn nun in der „schildkrötenfreie Zeit?“ Ich wollte halt das ganze Jahr über die gepanzerten Urviecher um mich haben. Also begann ich die Suche nach geeigneten Landschildkröten, die man auch oder ausschließlich Innen in einem Gehege halten kann. Am Ende blieben dann zwei Arten übrig. Die Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni ) oder die ostafrikanische Spaltenschildkröte (Malacochersus tornieri ).Spaltenschildkröte, ostafrikanische Landschildkröte

Nach Recherchen im Internet und Gespräche mit Haltern beider Arten entschied ich mich dann für die Spaltenschildkröten, weil mir ihr außergewöhnliches Aussehen von Anfang an fasziniert hat. Aber der wichtigste Grund für mich war, das diese Tiere sehr viel Zeit in ihren Spalten verbringen und daher nicht so viel Platz benötigen wie die Ägyptische Landschildkröten* . Testudo kleinmanni sind sehr agil und belaufen ihr Gehege durchgehend und benötigen schon einiges an Platz. Die ostafrikanische Spaltenschildkröte bewegt sich selbst in ihrem Habitat nur wenige Meter weit weg von ihrer Spalte (Radius von 2-8 qm). Daher kann ich, meiner Meinung, diesen Tieren eher ein artgerechtes Innengehege anbieten als jeder anderen exotischen Landschildkrötenart.

Die Natur als Vorbild für ein naturnahes Freigehege für europäische Landschildkröten

Um unsere Freigehege so naturnah wie möglich zu gestalten, sehe ich mir Bilder oder höre mir Vorträge auf verschiedenen Schildkrötenworkshops aus ihren Habitaten an und versuche dann auch das eine oder andere bei uns umzusetzen. Dabei sollten es Bilder aus ihren Primärhabitaten sein. Was der Unterschied von Primär- zu Sekundärhabitate ist, beschreibt Wolfgang Wegehaupt hier sehr gut. 
Ende April/Anfang Mai 2019 hatte ich dann auch mal meine Flugangst überwinden können und besuchte mit Sonja und zwei lieben Freunden aus dem Saarland einige Schildkrötenhabitate auf Mallorca. In meinen Berichten (“Landschildkröten auf MallorcaTeil 1Teil 2) teile ich meine Erfahrungen, Erkenntnissen und wunderbare Eindrücke von dieser Insel. 

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Sehr schöne Habitatsbilder, zur Verfügung gestellt von Ralf-Czybulinski. Hier gibt es noch weitere, viele Habitatsbilder.

Diese Seite gibt nur MEINE Erfahrungen und Meinungen wieder. Meine Haltung wird regelmäßig den neusten Erkenntnissen angepasst, verbessert und natürlich auf dem aktuellsten Stand gehalten. Eine naturnahe und artgerechte Haltung ist meiner Meinung nach sehr wichtig, damit wir auch noch Jahrzehnte Freude an diesen wunderbaren Tieren haben.

 

“DAS” Einsteigerbuch

Fester Panzer – weiches Herz: Der Ratgeber zur naturnahen Haltung Europäischer Landschildkröten (neue 3. Auflage 2017)Taschenbuch – 9. Oktober 2017

von Thorsten Geier

Der Schildkrötenexperte Thorsten Geier möchte Sie als Schildkröteninteressierte für eine möglichst naturnahe Haltung dieser besonderen Tiere begeistern. Dazu gibt er auf der Grundlage seiner fast 20-jährigen fundierten Erfahrung im Umgang mit Europäischen Landschildkröten eine Fülle von Ratschlägen und Hinweisen aus der Praxis für die Praxis: Ausgehend von der Natur als Vorbild begründet er, dass den Tieren ein Leben im Terrarium erspart werden sollte. Sein Ratgeber enthält auf über 180 Seiten ausführliche Vorschläge zu einer naturnahen Haltung. Thorsten Geier erläutert die Gestaltung von Freigehegen und stellt geeignete bzw. weniger geeignete Futterpflanzen vor. Weitere Themen sind: optimale Ernährung, Pflege von Schlüpflingen und Jungtieren, Winterstarre, Tiergesundheit, erfolgreiche Vermehrung, Artenschutz, aber auch Irrtümer in der Schildkrötenhaltung und viele weitere mehr. Über 200 Fotos aus dem Lebensraum der Tiere, Gehegeaufnahmen, Pflanzenbilder etc. machen dieses Buch zu einer besonders wertvollen Lektüre. In einem eigenen Kapitel wendet sich der Autor an unsere jüngsten Schildkrötenfreunde. Besonders auch sie (und ihre Eltern) möchte Thorsten Geier für einen artgerechten Umgang mit Schildkröten gewinnen.

Mein Fazit:

Ja, was soll ich noch dazu schreiben. Ein Nachschlagewerk für den Anfänger als auch für langjährige “Schildkrötenverrückte”. Hier werden alle Fragen zur Haltung dieser wunderbaren Tiere beantwortet. Die dritte Auflage bietet noch mehr Informationen und Bildmaterial und ist meiner Meinung DAS Einsteigerbuch.   

 

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8 Gedanken zu „Landschildkröten im Hunsrück-wie alles begann“

  1. Hallo!
    Ich bin gerade total verzweifelt bei meiner täglichen Kontrolle im Kühlschrank ist mir gerade aufgefallen das der Kühlschrank in die Minusgraden gesunken ist. Es ist nur unser 6 Jähriger Mann drin. Hab ihn kurz raus genommen er ist total starr und kalt.
    Also ich bin es eigentlich gewohnt wenn man ans Beinchen fasst das es sich bewegen lässt. Aber es lässt sich nichts bewegen.Was soll ich tun?

    Antworten
    • Hallo Julia,

      Vielen Dank für deine Nachricht!
      Die Schildkröten langsam im Zimmer etc. “Auftauen ” lassen.
      Ich hatte vor Jahren das selbe Problem. Der Kühlschrank war defekt und kühlte auf minus 5 Grad runter. Alle 4 Tiere waren an der Erde festgefroren, hatten aber alle überlebt. Schildkröten haben ein natürliches “Frostschutzmittel” im Blut und können einige Tage minus temperatur überleben.
      Ich drücke die Daumen!

      Gruß Torsten

      Antworten
  2. Lieber Thorsten,

    Vielen Dank für eure hilfreichen Tipps und Ticks zur Haltung der Landschildkröten.
    ich selber halte zwei Schildkröten (11 und 13 Jahre). Sie leben in einem Freigehege bei meinen Eltern und nun würde ich sie gerne umsiedeln in den eigenen Garten etwa 50 km entfernt.

    Was ist aus deiner Sicht der beste Zeitpunkt für die Umsiedlung? und wie sollte diese am besten erfolgen? beide Tiere befinden sich im Winter in einer fest verorteten Überwinterungsgrube.

    vielen Dank für deine Antwort.

    liebe Grüße
    Mareike

    Antworten
    • Hallo Mareike,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Ich würde die Tiere jetzt noch an ihrem gewohnten Platz die Starre machen lassen und dann im nächsten Frühjahr (nach Beendigung der Starre) die Tiere in ihr neues Heim übersiedeln.
      Jetzt würde das nichts bringen bzw. wäre vor Beginn der Starrevorbereitung zu großer Stress für die Tiere. Bei zu großem Stress kann sich das auf die Gesundheit auswirken (Stichwort Wurmbefall) und wäre vor der Starre suboptimal.

      Deshalb…jetzt noch in der gewohnten Umgebung lassen und nach der Starre übersiedeln. So kannst du sie auch besser beobachten, sollten sich Auffälligkeiten zeigen.

      lg
      Torsten

      Antworten
  3. Guten Tag, ich bin auf der Suche nach jemandem der meine Steppen Dame die Mykoplasmen positiv ist aufnehmen würde.
    Können Sie mir evtl. weiterhelfen? Haben Sie einen Kontakt für mich?
    Ich bin etwas ratlos gerade.
    Viele Grüße
    Ivonne Schimkat

    Antworten
    • Hallo Ivonne,

      Oh…das ist schwierig. Mir fällt da auf Anhieb auch niemanden ein.
      Vielleicht kannst du dich an eine der Schildkröten-Auffangstationen wenden.

      lg
      Torsten

      Antworten
  4. Guten Morgen !
    Ich bin aus Oberösterreich und habe bereits seit 25 Jahren Testudo Hermanni.
    Nach dem Winterschlaf ist mir eine Schildkröte gestorben. Brachte sie zum Tierarzt welcher feststellte, da sie Spulwürmer hatte. Jetzt habe ich 2x meine restlichen 7 Schildkröten mit Panacur entwurmt. Seit gestern kommen die Würmer mit dem Kot , zum Teil noch lebend. Jeden Tag desinfizieren ich das grosse Übergangsgehege. Soll ich sie nochmals entwurmen ?
    Bei uns gibt es leider keinen Tierarzt, welcher sich mit Schildis auskennt.
    Bitte um Ihre Hilfe.
    Liebe Grüße aus Oberösterreich!
    Margot Mai-Bach

    Antworten
    • Hallo Margot,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Das tut mir leid, das eines deiner Tiere verstorben ist.
      Wenn so viele Würmer raus kommen, sind die Tiere schon stark verwurmt.

      In der Regel gibt man im Sommer eine Kotprobe beim Tierarzt/Labor ab, damit man im Sommer noch entwurmen kann.
      Auf alle Fälle solltest du die Tiere warm halten bzw. im Frühbeet mit Wärmelampen die ersten Tage lassen, damit die Tiere das Medikament abbauen können.
      Ich bin kein Tierarzt und kann die jetzt auch nicht dazu raten, was zu tun ist. Bei so vielen Würmern würde ich es nach Absprache mit dem Tierarzt schon machen.
      Du kannst dich aber auch gerne an Exomed wenden. Diese sind auf Reptilien spezialisiert. Dort kannst du auch Kotproben der Tiere einschicken und erhältst kurz darauf die Diagnose mit Dosierungsangaben.
      Hier mal der Link dazu:
      https://www.exomed.de/

      Gruss
      Torsten

      Antworten

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