Prädatoren im Schildkrötengehege

Ich hatte zuletzt eine Frage eines verunsicherten Schildkrötenhalters, ob ich nachts unsere Tiere in den Frühbeeten bzw. ins Schildkrötenhaus einsperre.

Meine Antwort:
Ein ganz klares „Ja“

Und das aus zwei Gründen!:

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  • Fehlende Thermoregulierung 

    Wenn sich die Tiere jetzt in dieser Zeit im Schildkrötengehege abends „gemütlich“ machen, sprich eingraben, und ich sie gewähren lasse, kommen die morgens nicht in die Gänge (also nicht auf Betriebstemperatur!)

    Nachts kühlt es in dieser Jahreszeit zum Teil empfindlich ab. Morgens kommen die Panzerträger nicht aus ihrem Versteck, weil die Temperaturen nicht ausreichend sind. Bleiben die Temperaturen dann den ganzen Tag im niedrigeren Bereich, kann es sogar sein, das sich das Tier erst gar nicht aus seinem Versteck des Vortages bewegt.

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    Während die Schildkröten, die abends in die Frühbeete/Gewächshäuser eingesperrt werden, morgens dank der Technik (die hoffentlich bei den meisten vorhanden ist!) sich unter der künstlichen Sonne aufwärmen und nach erreichen der Vorzugstemperatur ins Freie wackeln.

    Schildkröten, die nachts draußen verbringen, haben diese Möglichkeit dann leider nicht so oft. Die Folge ist, dass sie sich ohne die notwendige Wärme zu früh auf die Starre vorbereiten.
    Aber genau dafür haben wir die Technik (hoffentlich!) um dies zu verhindern bzw. die Starrevorbereitung nach hinten zu verschieben.

Eigentlich ist dieser Grund schon alleine ausreichend, um abends die Tiere einzusammeln.
Der zweite, sogar noch wichtigere Grund : 

  • Prädatoren im Schildkrötengehege

    Wir leben im Hunsrück nähe des Waldes und haben bei Nacht einiges an Viehzeug rumlaufen.
    Deshalb ist es für uns absolut notwendig, die Tiere nachts sicher in den Häusern unterzubringen.
    Entweder mache ich nach der Arbeit den Rundgang im Gehege oder meine Frau geht vorher schon mal durch.
    Zum Glück ist die Suche oft schnell beendet, da fast alle unserer Panzerträger selbstständig ins Warme heimfinden.
    Besonders unsere 4-er Männer-WG ist da sehr vorbildlich und zieht oft geschlossen Abends ins Frühbeet.

     

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    Bei unserer gemischten Gruppe ist immer mal wieder ein Tier dabei, das es nicht rechtzeitig ins Geheizte schafft oder sogar noch unterwegs ist. Auch hier sind wir mit der Suche relativ schnell durch, da die „Ausreißer“ fast immer ihren Lieblingsplatz aufsuchen.

    In all den Jahren hat das vorzüglich funktioniert und werde ich so beibehalten. Selbstverständlich werden anschließend die Türchen geschlossen, damit keine Prädatoren eindringen können. Leider ist das aber keine 100% Sicherheit, da Ratten durch fast alles hindurch schlüpfen (was aber eher in strengen Wintermonaten vorkommen kann, wenn die Nahrung knapp wird).

    Ich denke auch, dass das kurze Aufheben und ins Sichere bringen die Tiere weniger stresst, als im Maul eines Fressfeindes zu landen. Oft bekommen die Tiere das auch gar nicht mit und wundern sich, warum sie auf einmal im Warmen sitzen.

    Aber dies ist mein Vorgehen und es kann jeder so handhaben , wie er es möchte bzw. verantworten kann.
    Andere Halter lassen zum Teil die Tiere nachts auf ihrem Platz im Freigehege oder verschließen bei Dunkelheit die Frühbeete/Gewächshäuser nicht.
    Das kann in Städten all die Jahre gut gehen, da dort weniger Prädatoren vorkommen als auf dem Land. Wäre mir persönlich aber immer noch zu unsicher.

 

Was alles nachts auf dem Lande unterwegs sein kann, hat meine Schildkrötenfreundin Bettina schon mehrfach sehen können. Wie viele Halter (auch ich) hat Bettina eine Überwachungskamera zur Kontrolle installiert .

Prädatoren im Schildkrötengehege
Der Dachs-ein Raubtier aus der Familie der Marder – posiert sich vor dem Schildkrötengehege von Bettina
Foto: Bettina Thomas

Wie man gut auf den Bildern erkennen kann, sind Marder und Mäuse wohl gerne in ihrem Garten unterwegs (muss ich aber neidvoll eingestehen…geht mir ebenso). Auch ein Fuchs fühlt sich bei Bettina heimisch. Bei einem Fuchs hätte ich vielleicht noch weniger Bedenken (wir hatten vor kurzem auch einen Besuch!), aber ein Marder würde, wenn er könnte, bestimmt mal ein Tier mit in seinen Bau nehmen.

Prädatoren im Schildkrötengehege
Bild 1: Ein Marder inspiziert die verschlossene Tür des Frühbeetes
Bild 2: Im Bild eingekreist eine Maus

Fotos: Bettina Thomas

Hühnerklappe

Wer nicht immer abends Zeit hat bzw. nicht vor Ort sein kann, der hat die Möglichkeit, die Türen mit einer automatischen Hühnerklappe aufzurüsten.

Sylvia Grenz zeigt das hier wunderbar an ihrem Schildkrötenhaus. Die Türen werden über eine Zeitschaltuhr gesteuert und öffnen morgens bzw. schließen abends die Türen zu einem bestimmten Zeitpunkt. Da ist es sehr hilfreich, wenn seine Schildkrötenbande brav geschlossen in die Schutzhäuser gehen, bevor die Türen schließen.

Diese Hühnerklappe* erfüllt seinen Zweck im Besonderen, für den Fall, dass Schildkrötenhalter Schicht arbeiten und morgens, bevor die ersten Sonnenstrahlen das Gehege erwärmen, schon auf Arbeit ist. So können die Panzerträger dann erst raus gelassen werden, wenn die Klappe öffnet. Nachtaktive Prädatoren sind zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr unterwegs.

 

 

 

 

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