Arbeiten im und am Schildkrötengehege Monat September-Aussaat Wildkräuter

Aussaat Wildkräuter-Unsere Susi im Schildkrötengehege

Jetzt im September herrscht noch reges Treiben im Schildkrötengehege. Die Temperaturen sinken im Vergleich zu den Sommermonaten und die Tiere sind den ganzen Tag über unterwegs. Die Männchen rennen den Weibchen hinterher und umgarnen das weibliche Geschlecht.

Aber schon in diesen Tagen ist offensichtlich, dass der Bewegungsdrang gegen Abend immer mehr nachlässt. Unsere Tiere sind dann selbst bei schönem Wetter relativ früh in ihren Frühbeeten bzw. Schildkrötenhaus. In den Abendstunden wird es dann schon sehr kühl, während es in den Schutzhäusern kuschelig warm ist.

Frisches Futter

Im Gegensatz zu den Sommermonaten, als mehr getrocknete Wildkräuter (oder auch Agrobs) angeboten wurden , ist jetzt wieder die Zeit für mehr frische Futterpflanzen. Durch die sinkenden Temperaturen und kürzere Tageslichtdauer sind die Tiere nicht mehr so aktiv wie in den Monaten davor und nehmen weniger Nahrung auf. 

 

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Aussaat Wildkräuter und  Futterpflanzen setzen

Jetzt ist die Zeit, für das Gehege wieder etwas aufzupeppen. Neue Gehegepflanzen können zurzeit gesetzt oder gegen ramponierte ausgetauscht werden. Wer wie wir im Hunsrück sehr ländlich lebt, kann in der Natur ausgewachsene Futterpflanzen ausgraben und in sein Gehege setzen. Sinnvoll wäre es natürlich die Futterpflanzen so zu setzen, das die Tiere nicht gleich die frisch Wildkräuter weg fressen. Es gibt aber Möglichkeiten die neuen Pflanzen vor den gefräßigen Panzerträger zu schützen (Stichwort: Dengeln!-kann jeder hier nachlesen ).

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Wir können unsere angelegte Futterwiese jederzeit abtrennen und so frisches wachsen lassen. In diesem Monat habe ich schon einiges an Löwenzahn, Breitwegerich, Spitzwegerich Ferkelkraut ausgegraben und in die Futterwiesen eingepflanzt.
Die Aussaat von Wildkräutern geht in den folgenden Monaten aber noch weiter.

Ein Klappspaten leistet da extrem nützliche Dienste. Mittlerweile ist es bei uns im Dorf schon bekannt, das ein seltsames Individuum in Wald und Felder mit Schubkarre und/oder Klappspaten rumläuft. Im Frühjahr bin ich so dann u.a. Maulwurfshügel am „ernten“.

Wichtig:

Nicht überall in der Natur darf man einfach mal so paar Wildkräuter ausgraben. In den Naturschutzgebieten ist dies nicht erlaubt. Ebenso dürfen selbstverständlich unter Naturschutz stehende Pflanzen gemäß Bundesartenschutzverordnung weder ausgegraben, abgepflückt noch ganz oder teilweisen abgeschnitten werden. Hier drohen empfindliche Geldstrafen!
Auch sollte man nicht einfach mal kurz zum Nachbarn rüber springen und Löwenzahn ausgraben, ohne ihn höflichst vorher gefragt zu haben.

Was kann ich jetzt säen?

Im Grunde alles, was die Tiere später fressen werden bzw. dürfen. Ich habe von dem einen oder anderen Schildkrötenfreund schon so einige an Samen bekommen. Es gibt aber auch spezielle Kräuter-Mischungen* zur Aussaat für europäische Landschildkröten im Handel. Die Samenkörner vermische ich, für eine bessere Streuung, mit Sand bzw. Kalksand (so kalke ich das Gehege schließlich noch gleichzeitig) und ab geht es ins Gehege bzw. in die Futterwiesen.

Tiere abends einsperren

Wie ich in diesem Artikel ausführlich beschrieben habe, sperre ich unsere Schildkröten abends immer ins Frühbeet/Schildkrötenhaus. Viele der Tiere finden den Weg von selbst. Ist das mal nicht der Fall, wird der oder die behutsam von mir (oder Sonja) rein getragen. Zum einen tue ich dies zum Schutz vor Prädatoren und zum anderen kühlt es abends jetzt empfindlich ab.

Die Tiere graben sich zum Teil dann schon tiefer ein und würden am nächsten Tag entweder gar nicht oder sehr spät wieder auftauchen (je nach Wetterlage). Aus diesem Grunde ist ein Frühbeet mit der entsprechenden Technik so wichtig für eine artgerechte Haltung europäischer Landschildkröten im Freigehege. Durch den Einsatz von Frühbeet und Technik bleiben die Tiere länger am Futter und beginnen mit der Vorbereitung zu Starre später.

 

Wärmelampen im Schildkrötenhaus
Drei unserer Tiere morgens unter den Wärmelampen

In unseren Frühbeeten bzw. im Schildkrötenhaus verwende ich Wärmestrahlgeräte* (sogenannte Ferkellampen) und Halogen-Wärmelampen (100 Watt)*. Zusätzlich ist im Schildkrötenhaus eine UV-Lampe installiert (funktioniert nur mit einem Vorschaltgerät!). Eine UV-Lampe ist bei adulten Tieren nicht unbedingt nötig. da die Tiere auch so genügend UV-Licht im Freien tanken.

Ich habe diese jetzt nur ergänzend installiert, da von unserem Innengehege der Spaltenschildkröten welche übrig sind. Die UV-Strahlung nimmt bei UV-Lampen kontinuierlich ab, weshalb ich diese nach 10-12 Monate im Innengehege austausche. Sie geben aber immer noch viel Wärme ab, sodass ich jene im Schildkrötenhaus als Wärmelampe noch einsetzen kann. Geschaltet werden die UV-Lampen über eine mechanische Zeitschaltuhr* von 8-12 Uhr.

Gehegepflanzen und gewünschte Untermieter

Die Gehegepflanzen, die ich im Monat davor ja schon etwas zurückgeschnitten hatte, um freie Flächen zur Thermoregulierung anbieten zu können, wachsen in Ruhe. Im Winter dienen die Büsche und Stauden, sowie Trockenmauern, Erdlöcher und das fallende Laub für andere Untermieter im Schildkrötengehege als Überwinterungsplatz.

So finden Schmetterlinge, Wildbienen und die von mir so “geliebten” Spinnen eine Überwinterungsmöglichkeit in hohlen Stängeln und/oder Pflanzen. Igel und Kröten machen sich es gerne unter einem Laubhaufen gemütlich. Eidechsen und Insekten finden in Steinspalten/Steinhaufen bzw. in unverfugte Trockenmauer einen Ruheplatz während der Wintermonate.

Die Darstellung der Produkte wurde mit dem Plugin AAWP umgesetzt.

3 Gedanken zu „Arbeiten im und am Schildkrötengehege Monat September-Aussaat Wildkräuter“

  1. Hallo Torsten, vielen Dank für deine Antwort. Dann werde ich die Schildie mal unter die Lampe setzen, wenn sie nicht in den nächsten Tagen alleine rauskommt. Gesund ist sie. Keine Würmer etc.
    Vielen Dank
    Janko Heinrich

    Antworten
  2. Hallo liebe Schildkrötenhalter,
    Ich bin seit 2 Jahren stolzer Besitzer von 3 Griechen. Jetzt habe ich eine Frage. Meine Tiere sind jetzt meistens im beheizten Gewächshaus. Die Aktivität ist natürlich geringer geworden. Aber 1 der Schildies hat sich jetzt schon (im Gewächshaus) eingebuddelt und kommt garnicht mehr raus. Die Temperaturen sind Nachts 13- 15 Grad und tagsüber 25-27 Grad. Ist das normal?
    MfG Janko Heinrich

    Antworten
    • Hallo Janko,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Es ist jetzt nicht ungewöhnlich, das sich das eine oder andere Tier vergräbt.
      Das ist bei uns auch so. Haben da auch einen Experten, der sich mal bisserl früher eingräbt, aber dann auch wieder an die Sonne kommt.
      Eigentlich ist es noch dafür zu warm für die Starrevorbereitung.
      Sollte dein Tier jetzt die nächsten Tage (ist auch wieder wärmer gemeldet) nicht raus kommen, würde ich einfach mal rausnehmen und unter die Lampe setzen.
      Sonst ist bei dem Tier alles OK?
      Keine Krankheit, Würmer etc..?

      Gruss
      Torsten

      Antworten

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