Wildkräuter für Landschildkröten

Wildkräuter-Klatschmohn im Getreidefeld

oder: wie gewöhne ich meine Sorgenkinder an
gesunde Wildkräuter?!

Schildkröten, die aus schlechter Haltung kommen, haben oft immer eines gemeinsam:
Das Futterangebot war zu einseitig und für Schildkröten alles andere als gesund. Das Problem was viele Halter haben, die diesen Tieren ein neues Zuhause mit Freigehege bieten:
„Wie gewöhne ich meinen Tieren an gesundes Futter?“
Denn die Schildkröten kennen ja meistens nur Blattsalat, Gurke und Obst.
Für europäische Landschildkröten lecker in eine süße Erdbeere zu schnappen. Aber leider auf Dauer nicht gesund. Die Umstellung fällt vielen Haltern schwer, weil sie glauben, das die Tiere, die angeboten Wildkräuter verschmähen und eher verhungern als da rein zu beißen. Man kann es den Tieren noch nicht mal verübeln, esse ich doch auch hin und wieder gerne ein Stück Schokolade. Doch sich nur damit zu ernähren hat ja bekanntermaßen gesundheitliche Folgen.
Aber als Halter muss man zu Wohle der Panzerträger konsequent sein und den längeren Atem haben.

Futterangebot im natürlichen Habitat

Auf unserer Schildkrötenexkursion Anfang Mai 2019 auf Mallorca war zu dieser Zeit das Futterangebot sehr dürftig. Zwar war es ungewöhnlich trocken, aber im Hochsommer auf Malle finden die Tiere noch weniger zu fressen. Da ist die Auswahl sehr eingeschränkt, weil viele Futterpflanzen verdorrt sind.
Inspiriert durch den natürlichen Lebensraum hatte ich im Frühjahr unsere Gehege mit Kalkschotter umgestaltet (Teil 1 und Teil 2). Das Futterangebot hatte ich aber schon vor Jahren umgestellt und versucht das Habitat zu imitieren. Das heißt, im Frühling gibt es frische Wildkräuter, während im Sommer selbst getrocknete Kräuter im Wechsel mit Agrobs angeboten werden. Im Herbst wird dann wieder vermehrt mit knackigen Wildkräutern gefüttert.
Unsere Gehege sind jetzt für die Truppe nicht so groß, dass sie sich selbst versorgen können. Die Futterwiesen kann ich nach Bedarf öffnen bzw. bleiben Sommer komplett zu, damit sich Futterpflanzen erholen und nachwachsen.

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Wie kann ich das Futter umstellen?

Kräuterheu
Eines unserer Weibchen Griechische Landschildkröte beim Fressen von selbstgetrockneten Kräuter

Eigentlich ist es relativ einfach:
Ich biete dem Tier Heu, Agrobs bzw. frische Kräuter so lange an, bis es dran geht. Das kann ein paar Tage dauern, aber die Schildkröte wird schon nicht verhungern und irgendwann treibt es der Hunger rein.
Als kleine „Belohnung“ bzw. Leckerli gibt es oben drauf immer mal Blüten von Malve, Stockrose oder Nachtkerze.
Wir hatten vor 7 Jahren ein Männchen aus nicht so optimaler Haltung übernommen. Wildkräuter waren zwar dem Männlein bekannt, wurden aber zu Anfang nicht so gerne genommen. Die Kräuter blieben dann mal paar Tage drin liegen (können Futterreste nützlich sein?) bis der Herr nachgab und die angetrockneten bzw. schon verdorrten Reste fraß.
„Schön, so kann er sich schon mal gleich ans Heu gewöhnen!“
Auch hier hatte ich als Ansporn zu Anfang die trockenen Kräuter mit ein paar Blütenblätter „aufgepeppt“.
Unsere Tiere haben sich mittlerweile (oder gezwungenermaßen..:-)..) an fast alles für europäische Landschildkröten fressbare Pflanzen gewöhnt. Ab und zu kann ich sogar beobachten, dass sie an Gras knabbern. Aber das ist eher selten der Fall.
Ab und zu werfe ich mal paar kleine Äste mit Blattwerk von einem Kirschbaum (steht beim Nachbar im Garten) in die Gehege. Auch diese Blätter werden gerne gefressen.

Bei selbst getrockneten Wildkräutern (natürlich auch bei frischem Futter) sollte den Tieren immer genügend Auswahl angeboten werden. Viele Anfänger (ging mir ebenso!) kennen sich mit den Futterpflanzen nicht so gut aus und kommen dabei, alles was über den Löwenzahn geht, ins Straucheln.
Ich hatte auf Facebook eine Umfrage gestartet und wollte wissen, welche Wildkräuter bzw. Futterpflanzen ein Laie kennen sollte bzw. leicht zu erkennen sind.

Hier nun die Top 10

Löwenzahn
Brennessel
Spitzwegerich
Wiesen-Labkraut
Breitwegerich
Gänseblümchen
Taubnessel
Klatschmohn
Knoblauchrauke
Gänsedistel

Löwenzahn

Die bekannteste Futterpflanzen für unsere gepanzerte Lieblinge. Auch für mich in den Anfangszeiten die Futterpflanze überhaupt und leider dann oft die einzige. Wird von allen unseren Tieren mit Vorliebe gefressen.

Wissenschaftlicher Name: taraxacum officinale
Pflanzenfamilie: Korbblütler
Volkstümlicher Name:
Pusteblume, Kuhblume, Milchblume, Eierpetsch, Feldblume, Wiesenlöwenzahn

Pflanzenbeschreibung: Die milchführenden Löwenzahnblätter, rosettenförmig angeordnet, gibt es in verschiedenen Formen. Ob stark gesägt, gespalten oder gelappt ist fast alles dabei. Die Blätter können bis 40 cm lang werden (wir hatten aber auch schon Löwenzahnblätter mit über 60 Länge gefunden). Die kräftige Pfahlwurzel wird bis zu 30 cm lang.
Der Milchsaft, der auch im Stengel enthalten ist, schützt durch die enthaltene Bitterstoffe den Löwenzahn vor Wildfraß.

Vorkommen: Der Löwenzahn ist eine rechts anspruchslose Pflanze und wächst fast überall. Selbst zwischen gepflasteret Auffahrten wächst er in den Zwischenräumen. Auf Wiesen und Feldern, auf Feldwegen, Kiesgruben oder in Gärten und Parkanlagen, auf Nutztierweiden im Flachland und im Hochgebirge bis teilweise über 2500 Meter. Der Löwenzahn ist fast überall anzutreffen.

Blütezeit: Die gelben Blütenköpfchen blühen von April bis Anfang Juli und sitzen am Ende des hohlen Stengels. Oft kann eine zweite Blütenzeit im Spätsommer erfolgen. Den Blütenstand des Löwenzahns bezeichnet man als Scheinblüte, da ca. 300 einzelne Zungenblüten die Blüte bilden. Die reifen Früchten sind mit einem Flugschirm ausgestattet, die der Wind dann problemlos weit tragen kann

Lebenszyklus: mehrjährige bzw. ausdauernde Pflanze.

Brennnessel

Schon in meiner Jugendzeit habe ich des Öfteren Bekanntschaft mit der Brennnessel gemacht. Da wir ländlich und direkt am Waldesrand wohnen, war und ist die Brennnessel ein ständiger Begleiter. Zu Anfang eher im negativen Sinn, doch seit wir unsere Landschildkröten halten auch im positiven Sinne als Futterpflanze.
Zu Beginn eher verschmäht, wird die Brennnessel im getrockneten Zustand mittlerweile sehr gerne gefressen. Einfach einige Pflanzen ausreißen und ins Gehege legen. Nach ein, zwei Tagen gehen die Schildkröten gerne daran.

Wissenschaftlicher Name: Urtica dioica, Urtica urens (kleine Brennnessel)
Pflanzenfamilie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Volkstümlicher Name: Tissel, Donnernessel, große Nessel, Hanfnessel

Pflanzenbeschreibung: Mit der Brennessel hat wahrscheinlich jeder schon Bekanntschaft gemacht. So enthält die Große Brennnessel kleine, feine Brennhaare, die mit Kieselsäüre und Ameisensäure gefüllt sind. Berüht man diese, brechen die Haare ab und bohren sich in die Haut. Die austretende Ameisensäure verursacht dann das unangenehme Brennen und die typischen roten Quaddeln.
Die dunkelgrünen Blätter dieser krautigen Pflanze sind bis zu 20 cm lang und ca. 15 ca breit. Sie sind auffallend gesägt, spitz zulaufend und mit den berüchtigten Brennhaaren besetzt.
Die unscheinbaren Blüten der Brennnessel, die in den Farben cremweiß bis hellbraun variieren, blühen von Ende Juni bis in den Oktober.

Vorkommen: Brennnesseln sind oft in größeren Gruppen anzutreffen. Überall dort, wo nährstoffreiche, feuchte Böden vorhanden sind. Sehr häufig an Wegränder, Waldränder, an stickstoffreichen Brachflächen, Tümpeln und sonstigen Gewässern. Auf Schutt und Müllplätzen. Auf bearbeitenden Flächen ist sie als Kulturfolger häufig vorzufinden

Blütezeit: Die unscheinbaren Blüten der Brennnessel, die in den Farben cremweiß bis hellbraun variieren, blühen von Ende Juni bis in den Oktober.

Lebenszyklus: mehrjärige bzw. ausdauernde Pflanze

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich gehört zu den absoluten Favoriten unserer Schildkröten. Sowohl unsre griechischen Landschildkröten als auch die ostafrikanischen Spaltenschildkröten fressen die Pflanze im frischen oder getrocknetem Zustand sehr gerne.

Wissenschaftlicher Name: Plantago lanceolata
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Volkstümlicher Name: Hundsrippen, Lägenblatt, Lügenblatt, Lungenblattl, Rippenkraut, Rossrippen, Heilwegerich, Schafzunge, Schlangenzunge, Spitzenfedern, Spitzwägeli Siebenrippen, Spiesskraut, Spitz-Wegeblatt, Wegbreite, Wegreich, Wundwegerich

Pflanzenbeschreibung:
Die Blätter sind in einer bodenständigen Rosette angeordnet und wachsen schmal, aufrecht ca. 20 cm mit deutlich erkennbaren Blattrippen (5-7 Blattrippen) die am Blattende zusammentreffen.
Ab ca. Mai treibt der behaarte, kantige Stängel aus. Er wächst senkrecht und trägt am Ende eine hell-braune Blütensammlung in Ährenform.

Vorkommen:
Der Spitzwegerich ist in ganz Europa verbreitet und kommt auch in Deutschland sehr häufig vor. Vor allem an Standorten mit nährstoffreichen Boden ist diese widerstandsfähige Futterpflanze anzutreffen.
Oft auf Wiesen, Wegrändern, Waldlichtungen, Äcker, Schuttplätze und Rasenflächen. Der Spitzwegerich ist winterhart und gehört zu den ersten Futterpflanzen im Frühjahr . Für unsere Spaltenschildkröten finde ich im Winter unter der Schneedecke immer wieder frischen Spitzwegerich.

Blütezeit:
Von April/Mai bis September/Oktober

Lebenszyklus:
ausdauernde Pflanze

Wiesen-Labkraut

Das Wiesen-Labkraut ist aufgrund der kleinen Blättern bei unseren Nachzuchten sehr beliebt. Aber auch die adulten Tiere und die Spaltenschildkröten fressen diese Pflanze gerne.

Wissenschaftlicher Name: Galium mollugo
Pflanzenfamilie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Volkstümlicher Name: Klein-Wiesen-Labkraut, weißes Labkraut, Kleines Wiesen-Labkraut, Weißes Waldstroh, Grasstern, Gemeines Labkraut,

Pflanzenbeschreibung:
Das Wiesen-Labkraut kann bis zu 1 Meter hoch heranwachsen. An den glatten, vierkantigen und reich verzweigten Stängeln wachsen die kleinen, schmalen Blätter in einem Blattquirl von 6 bis 8. Die kleine, weißen Blüten mit einem Durchmesser von 2-3 mm erscheinen manchmal in der großen Menge wie weiße Wolken.

Vorkommen:
In Deutschland häufig anzutreffen wächst das Wiesen-Labkraut bevorzugt auf nährstoffreichen, feuchten Böden.
In Wäldern, Gärten, Wegerändern, zwischen Hecken und Büschen ist das Labkraut zu finden

Blütezeit:
Von ca. Mai bis Juli

Lebenszyklus:
Mehrjährige Pflanze

Breitwegerich

Neben dem Spitzwegerich ist der Breitwegerich eine begehrte Futterpflanze für unsere Landschildkröten.
Auch dieser Wegerich wird gerne als frische Pflanze und im Sommer getrocknet gefressen.

Wissenschaftlicher Name: Plantago major
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse  (Plantaginaceae)
Volkstümlicher Name: Breiter Wegerich, großer Wegerich, Mausöhrle, wegtritt, Rippenblatt, Wegeblatt, Ackerkraut

Pflanzenbeschreibung:
Die breiten, gestielten etwas eiförmigen Blätter wachsen aus einer grundständigen Rosette. Sie liegen entweder am Boden auf, können sich aber auch aufrichten. Der Rand ist glatt oder leichtgezähnt.
Die gelblich bis bräunlich-grüne Blüten sitzen an länglichen Blütenähre, die etwa solang sind, wie die Blütenschäfte.

Vorkommen:
In Deutschland häufig und weit verbreitet auf vorwiegend schweren (lehmhaltigen), halbtrockenen Boden anzutreffen. An Wegeränder auf Felder und Wiesen, Magerwiesen.
Der Breitwegrich ist ungemein widerstandsfähig. Bei uns wächst der Breitwegerich auf dem Waldweg und wird dort oft platt getreten oder gefahren, richtet sich dann aber immer wieder auf.
Auch der Breitwegerich ist im Winter unter der Schneedecke leicht zu finden.

Blütezeit:
Mai-Oktober

Lebenszyklus:
Ausdauernde Pflanze

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist neben dem Löwenzahn die wohl bekannteste Futterpflanze für den Laien. Sie wurde bei meiner Umfrage mit am meisten genannt. Allerdings wird diese Pflanze von unseren Schildkröten komplett verschmäht. Aber es haben auch Halter berichtet, die das Gänseblümchen an ihre Tiere verfüttern.
Das Gänseblümchen wuchert regelrecht bei uns im Garten. Da es unsere Schildkröten nicht fressen, versuche ich es aus den Gehegen fernzuhalten bzw. zu entfernen. Die grundständige Rosette liegt so dich am Boden, das andere Futterpflanzen kaum eine Chance haben zu wachsen.

Wissenschaftlicher Name: Bellis perennis
Pflanzenfamilie: Korbblütler  (Asteraceae)
Volkstümlicher Name: Gänseblume, Augenjblümchen, Marienblümchen, Maiblume, Osterblume, Regenblume, Mondscheinblume, Wundkraut, Himmelsblume, Maßliebchen, Mümmeli, Monatsblümchen

Pflanzenbeschreibung:
Bereits im Frühjahr treibt die Wurzel ovale, länglich-eiförmig gestreckte Blätter aus einer grundständigen Rosette. Am Rande gesägt wachsen die beidseitig locker behaarten Blätter bis zu 4 Zentimeter in die Höhe. Der Stängel des Gänseblümchens ist selten behaart und blattlos.
Die Blüte besteht aus weißen bis zartrosa Blütenblättern, die kreisrund um eine gelbe innenliegende Röhrenblüte angeordnet sind.

Vorkommen:
In Deutschland weit verbreitet und der Tatsache, dass das Gänseblümchen nur geringe Ansprüche an den Standort stellt, ist diese auf Feldern, Wiesen, Wegerändern, Schuttplätzen, Bahndämmen selbst auf Bürgersetiegn anzutreffen. Es wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, kalkfreien Böden. Aber auch Staunässe auf lehmigen oder sandigen Boden wird vertragen.

Blütezeit:
März bis November

Lebenszyklus:
mehrjährige Pflanze

Taubnessel

Ein Leckerbissen für unsere Spaltenschildkröte ist die weiße Taubnessel. Unsere griechischen Landschildkröten fressen diese Taubnessel zwar auch, aber nur wenn sonst nichts mehr auf dem Speiseplan steht. Zu Anfang habe ich die Taubnessel nicht gesammelt, weil ich sie irrtümlich für eine Brennnessel hielt. Die Blätter der beiden ähneln sich sehr, doch sieht man sich die Blüten genauer an, wird der Unterschied deutlich.
Aber für alle, die vor ihrem Lebenspartner mal als Held dar stehen wollen:
Einfach mal beim Sparziergang in die „Brennnesssel“ greifen und lässig dabei den Partner anschauen. Dumm nur, wenn man sich dann selbst vertut und es tatsächlich eine Brennnessel ist!

Wissenschaftlicher Name: Lamium album
Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Volkstümlicher Name: Weiße Nessel, Bienensaug, Honigblom, Blumennessel, Nettel, weiße Nesselblume, tote Nessel

Pflanzenbeschreibung:
Die scharf gesägten bis dunkelgrüne Blätter (ähnlich der Brennnessel) sind behaart und besitzen ein dichtes Netz an Drüsenhaaren, die reich an ätherischen Ölen sind. Die Blätter sind jeweils gegenseitig am aufrechten, vierkantigen Stängel angeordnet.
Die weißen Blüten der Taubnessel sind in übereinander stehenden Scheinquirlen (ein zusammengesetzter Blütenstand von zwei Knäueln oder Halbquirle stehen sich gegenständig gegenüber, dadurch entsteht der Anschein eines echten Quirl/ Quirl= wenn drei oder mehr Blätter an einem Konten ansetzen) angeordnet. Jede Blüte besteht aus zwei Lippen mit je weißen Kronblättern.

Vorkommen:
In Deutschland weit verbreitet und häufig anzutreffen auf frischen und nährstoffreichen Böden. Fundorte sind an Waldrändern, Wegränder, Komposthaufen, Wiesen, Buschränder

Blütezeit:
April-Oktober

Lebenszyklus:
mehrjährige Pflanze

Die Gattung der Taubnessel umfasst ca 30 Arten. Bei uns verbreitet und auch als Schildkrötenfutter geeignet sind:

Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)
Gold-Taubnessel ((Lamium galeobdolon)
Weiße Taubnessel (Lamium album)

Klatschmohn

Den Klatschmohn kennt wohl jedes Kind. Besonders die leuchtend roten Blütenblätter haben es unseren Schildkröten angetan und werden mit Vorliebe gefressen. Aber auch alle anderen Pflanzenteile zählen zum Nahrungsangebot der Schildkröten. Der Klatschmohn enthält wie alle Mohnarten in allen Pflanzenteilen geringe Mengen von morphine Alkaloide.

Wissenschaftlicher Name: Papaver rhoeas
Pflanzenfamilie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Volkstümlicher Name: Blutblume, , Blatzblume, Feldmohn, Feuerblume, Feuer-Mohn, Flattermohn, Klatschrose, Kornrose, Schnalle, wilder Mohn

Pflanzenbeschreibung:
Unverwechselbar sind die blutroten Blüten mit einem dunklen Fleck in der Mitte. Die Blätter sind deutlich behaart und grob gesägt. Der aufrechte, borstig behaarte Stängel ist rund, unverzweigt und milchsaftführend. Der Klatschmohn erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 100 cm.

Vorkommen:
Dieses Mohngewächs bevorzugt frischen, aufgeschütteten oder umgebrochenen Boden. In Deutschland ist der Mohn häufig auf Feldern, Schuttplätzen, Getreidefeldern, Böschungen an meist sonnigen, nährstoffreichen Plätzen anzutreffen.

Blütezeit:
Mai – Oktober

Lebenszyklus:
Ein- bis zweijährige Pflanze

Knoblauchrauke

Als eine der ersten Futterpflanzen im Frühjahr zeigt sich die Knoblauchrauke. Diese wird bis zur Blüte sehr gerne von unseren Schildkröten gefressen. Danach wird sie links liegen gelassen. Deutliches Merkmal der Knoblauchrauke ist der intensive Knoblauchgeruch, der beim Zerreiben der Blätter zwischen den Fingern verströmt.

Wissenschaftlicher Name: Alliaria petiolata
Pflanzenfamilie: Kreuzblütengewächse
Volkstümlicher Name: Blatterkraut, Knofelkraut, Knoblauchsenf, Knoblauchkraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich

Pflanzenbeschreibung:
Die 5-8 mm großen weißen Blüten bestehen aus vier Kelchblättern, vier Kronblättern und sechs gelben Staubblättern. Sie befinden sich an der an der Spitze der Pflanze und sind in Trauben angeordnet. Die Blätter ähneln den der Brennnesseln, verfügen aber keine Brennhaare. Die unteren Blätter sind nieren- bis herzförmig, während die oberen Blätter meist spitz zulaufend sind. Der leicht vierkantige aufrechter Stängel ist behaart und im Blütenstand verzweigt.

Vorkommen:
In Deutschland kommt die Knoblauchrauke sehr häufig vor. Sie bevorzugt halbschattige, schattige und nährstoffreiche Standorte. Oft und in großer Anzahl anzutreffen ist die Knoblauchrauke an Waldrändern, Gärten, Wege, Hecken und Parkanlagen.

Blütezeit:
April – August

Lebenszyklus:
Zwei- bis mehrjährige Pflanze

Gänsedistel

Ein absoluter Leckerbissen für unsere griechischen Landschildkröten sind die stark milchsaftführenden Gänsedisteln. Ebenfalls unsere Spaltenschildkröten kommen aus ihren Spalten hervorgerkrochen, wenn sie den Milchsaft frisch gepflügter Gänsedisteln riechen. Gleichermaßen als Kräuterheu im Sommer werden die Disteln gerne gefressen.

Wissenschaftlicher Name: Sonchus arvensis
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
Volkstümlicher Name: Saudistel, Dänsedistel, Milchdistel

Pflanzenbeschreibung:
In Deutschland sind 4 Arten der Gattung Gänsedisteln beheimatet, die alle als Schildkrötenfutter geeignet sind. Sie sind alle stark milchsaftführend und insbesondere die fleischigen, hohlen Stängeln werden von unseren Tieren mit Vorliebe gefressen. Die Blätter sind unterschiedlich tief eingeschnitten und stachelig gezähnt. Die vielen kleinen hellgelben Blüten sind ca. 30 mm breit. Gänsedisteln können eine Größe von 150 cm erreichen.

Vorkommen:
In Deutschland weit verbreitet wachsen Gänsedisteln bevorzugt auf frischen, nährstoffreichen Böden. In Gärten, an Wege- und Waldrändern und auf Schuttplätzen sind Gänsedisteln häufig zu finden.

Blütezeit:
Juli-Spetember

Lebenszyklus:
Ein- bis mehrjährige Pflanze

Es gibt mittlerweile sehr gute Literatur oder Apps, die einem weiterhelfen. Ich habe bei unseren Spaziergängen oft das Handy dabei und benutze die PlantNet-App mit der ich ganz gut zurecht komme.
Außerdem gibt es auf Facebook die eine oder andere Gruppe, die sich ausschließlich mit Futterpflanzen für Schildkröten beschäftigt und die ich gerne zu Rate ziehe (Futterpflanzen für Schildkröten, Schildkröten-Futterpflanzen).

Zu empfehlen sind auch die Homepage von Sabine Willig (pflanzenbestimmung.de), Gunda Meyer de Rojas (testudoland.hpage.com) oder wo ich auch noch gerne nachschaue sind:
heilkraeuter.de
kraeuter-buch.de
Sehr gute Bücher über Futterpflanzen von Wolfgang Wegehaupt (Futterpflanzen*), Marion Minch (Handbuch der Futterpflanzen*), Thorsten Geier (Der Schildkröten-Gärtner*) und für unterwegs das handliche Nachschlagewerk von Ricarda schramm (Landschildkröten-Futterpflanzen*) nutzen ich schon seit Jahren zur Bestimmung.

Tipp:
Wenn man sich in der Woche nur zwei Pflanzen zum näheren Studieren vornimmt, kommt am Ende des Jahres eine ordentliche und abwechslungsreiche Auswahl an Futterpflanzen zusammen.

Eines unserer Weibchen der griechischen Landschildkröte beim Fressen von Agrobs

 

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