Arbeiten im und am Schildkrötengehege Monat August-Nachzuchten

So langsam werden die Tage wieder kürzer. Die Sonne steht nicht mehr ganz so hoch und die Schatten im Schildkrötengehege werden länger. Die Aktivitäten lassen Mitte August so ganz langsam nach. Jetzt ist auch die Zeit, im Gehege die Pflanzenpracht etwas zurückzuschneiden um den Tieren mehr Sonnenplätze zur Thermoregulierung anzubieten. Aber auch Baby-Schildkröten rennen bei dem einen oder anderen im August durch das Gehege!

Im Teil, das wir im letzten Jahr mit Kalkschotter aufgewertet hatten, werden Grasbüscheln raus gezogen. In den Gehegen habe ich in einzelnen Bereiche (Wie in den Futterwiesen) genügend Stellen mit Gras. Diese werden besonders in den heißen Tagen (die es im Jahr 2021 leider bisher nicht so oft gaben) gerne aufgesucht.

Durch die Verdunstungskälte herrschen an tropischen Tagen angenehme Temperaturen, was zur Thermoregulierung gerne genutzt wird. Im Gehege unserer Schlüpflinge entsteht im Dickicht ein feucht-warmes Mikroklima, das für einen glatten Panzerwachstum sorgt.

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Büsche und Sträucher zurückzuschneiden, Gras entfernen.

Einzelne Büsche werden zurückgeschnitten, damit genügend Licht und Wärme am Boden zur Thermoregulierung ankommt. Hier zeigt es nochmal, dass es die richtige Entscheidung war, im Jahr 2020 ca. 12 Tonnen Kalkschotter einzubringen.

Der steinige Untergrund heizt sich sehr schnell auf und gibt dementsprechend in den Abendstunden Wärme wieder ab.
In den Jahren davor mit mehr Graswuchs lagen die Temperaturen in Bodennähe um ca. 5-6 Grad unter den jetzigen Temperaturen. Ein sehr großer Vorteil besonders an kälteren, nassen Tagen.

Durch das Einbringen des Schotters ist der Untergrund lockerer und leitet das Wasser schneller von der Oberfläche weg.

Wir haben unsere Gehege so gestaltet, dass ein großer Teil mit Kalkschotter aufgefüllt wurde, aber auch „kühlere“ Bereiche wie z. die Futterwiesen. Hier wächst neben Wildkräutern auch einiges an Gras, das ich, bis auf wenigen Stellen, möglichst kurz halte.

Gras- und Grasbüschel

Die Mischung eines Geheges macht es.
Nicht nur geschotterte Plätze, sondern auch kühlerer Abschnitte. Viele verteufeln es Grasflächen, aber für verschiedene Temperaturzonen find ich es schon sinnvoll.

Im „Trockenbereich „ unsere Gehege zupfe ich das Grün dann aber doch raus. Damit das Gras in den Futterwiesen nicht überhand nimmt, gehe ich auch hier mal mit der Motorsense drüber.

Während in den Habitaten zu dieser Zeit das meiste an Grün vertrocknet ist, wuchert es in unseren nasskalten Breitengraden so richtig. Auf unserer Schildkrötenexkursion auf Mallorca im Jahr 2019 konnten wir bereits im Frühjahr bei sehr warmen Temperaturen schon an einigen Stellen schon vertrocknete Grasflächen bestaunen.

Habitat auf Mallorca Ende März
Habitat auf Mallorca Ende März

Dementsprechend wird im Hochsommer noch weniger frisches Gras dort wachsen. Auch die Bodenstruktur trägt dazu bei, das weniger grünes in den Mittelmeerländern zu dieser Jahreszeit wächst. Die oft dort vorhanden wasserdurchlässiger Kalkstein lässt die wenigen Niederschlägen schnell nach unten absickern.
Lutz Prauser hat sich in seinem Artikel über das „böse“ Gras damit beschäftigt.

Baby-Schildkröten

Für viele Halter ist auch der Zeitpunkt für kleine Nachzuchten gekommen. Ich hatte vor Jahren selbst mal nur für mich Eier ausbrüten lassen, vermeide es aber sonst Nachzuchten zu bekommen. Der Markt ist zu sehr überlaufen und für en Appel und Ei will ich auch keine Baby-Schildkröten abgeben.

Aber ich gönne es auch jedem, wenn er zum ersten mal kleine Panzerträger beim Schlüpfen zusehen kann. Es ist schon was besonderes zum ersten Mal eigene Nachzuchten im Gehege flitzen zu sehen.
Aber viele werden durch zum Teil seltsamen Aussagen sogenannter „Züchter“ verunsichert.

  • Schlüpflinge müssen vom ersten Tag ins Freigehege!

    Übergangszeiten im Terrarium sind absolut nicht notwendig und schaden dem Tier sogar eher. Viele „Züchter“ möchten ihre Tiere so schnell wie möglich aus dem Haus haben und erzählen dann auch mal gerne, das die Schlüpflinge als Übergang ruhig paar Monate im Terrarium verbringen können, wenn noch kein Freigehege vorhanden ist.
    Fehler die zu Anfang gemacht werden, sind später kaum zu korrigieren.

  • Baby-Schildkröten benötigen ein Freigehege mit entsprechender Technik und Strukturierung.

    Wer heute noch erzählt, das er seine Tiere ohne Technik/Frühbeet hält, hat oder will einfach nix dazulernen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Einrichtung für die Baby-Schildkröten sollte mit viel Pflanzen, Steine und Äste strukturiert sein. In den ersten Jahren leben die kleinen Racker sehr versteckt in dichten Pflanzenfilz.

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    Durch den morgendlichen Tau herrscht in diesen Dickicht eine hohe Luftfeuchte, die Baby-Schildkröten für den Wachstum eines glatten Panzers benötigen. Zu Anfang reicht ein Gehege der Größe von 2 qm plus Frühbeet.

    Durch die versteckte Lebensweise in den Anfangsjahren ist ein Alltop-Frühbeet für die tägliche UV-Versorgung schon sinnvoll. Alternativ kann auch auch für einige Minuten eine UV-Lampe im Frühbeet brennen.

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  • Schlüpflinge leben in ihren Habitaten in den ersten Jahren mit ihren gleichaltrigen Artgenossen zusammen.

    Daher wäre es sinnvoll mindestens zwei Schlüpflinge zu halten. Wir haben z.B. die Erfahrung gemacht, das Schlüpflinge, die sich später als Männchen outen auch harmonisch bei einem großen, strukturierten Gehege miteinander leben können. So halten wir unserer 4-er Männer-WG seit Anfang an (also seit 2001!) in einem Schildkrötengehege.

    Problematisch könnte es nur werden, wenn sich in der Gruppe mehr Männchen als Weibchen outen. Hier könnte es dann bei erreichen der Geschlechtsreife zu Kommentkämpfen kommen. Auch würde ein einzelnes Weibchen sehr stark unter den Männchen leiden.

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  •  Schlüpflinge sollen und müssen von Anfang an starren.

    Und zwar auch mindestens genauso lange wie die adulten Tiere. Aufgrund ihrer geringeren Körpermaße starren die Tiere in ihrem Lebensrau sogar länger als die erwachsenen Tiere.
    Aussagen wie: “Schlüpflinge müssen die ersten Jahre nicht starren (oder nur verkürzt)“, sind  kompletter Unsinn!
    Eigentlich logisch, das die Babyschildkröten von Anfang an starren. Oder hat jemand mal beobachten können, das fleißige Helfer in ihren Habitaten die Kleinen einsammelt und vor Kälte schützt?

    Unsere Nachzuchten, die erst Ende September geschlüpft sind, starrten von Anfang an und ebenso lange wie die Eltern. Es gibt, so ist nun mal die Natur, leider immer wieder auch Ausfälle während der Starre. Das kann zum einen mit der Haltung bzw. Fehler bei der Starre zu tun haben, oder die Natur selektiert aus. Viele Züchter, die ihre Schlüpflinge die Starre in den ersten beiden Jahren vorenthalten, wollen so auch Ausfälle vermeiden. Allerdings sind diese Tiere, die schon „vorgeschädigt“ sind und die erste Starre wahrscheinlich nicht überlebt hätten oft auch in den weiteren Jahren anfällig gegen Krankheiten.

Schildkrötengehege im August

  •  Baby-Schildkröten müssen sich vor der Starre erst fett anfressen.

    Diesen Humbug hatte ich tatsächlich einmal auf Facebook gelesen.
    Das könnte ich noch nachvollziehen, wenn die Schildkröte später mal zum Igel wird!
    Aber ist ja hoffentlich nicht so. Schildkröten sind wechselwarme Tiere und können, im Gegensatz zum Igel (oder halt andere Säugetiere) ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren.

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    Gehen die Temperaturen im Herbst immer mehr zurück, arbeitet der Stoffwechsel bei den Schildkröten langsamer, bis er bei unter 8 Grad Celsius auf ein Minimum reduziert wird. Die Vorbereitung zur Starre und die eigentliche Kältestarre ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig (sinkende Temperaturen, verkürzte Tageslichtlänge Arbeiten im und am Schildkrötengehege Monat Juli-Parasiten/Wurmkur und Intensität, erhöhte Niederschlagsmenge).

    Der Igel hält dagegen keine Kältestarre, sondern einen Winterschlaf. Zwar wird die Körpertemperatur bewusst durch innere (hormonelle) und äußere Einflüsse (Temperatur) herabgesetzt, aber bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schaltet sich die Wärmeregulierung an. Dafür benötigt der Igel die Fettreserven und kann so mehrere Monate ohne Nahrung auskommen.

Kräuterheu und frische Pflanzen

Ich biete unsere Schildkröten immer noch Kräuterheu im Wechsel mit Agrobs an. Allerdings verfüttere ich jetzt wieder mehr  frische Kräutern bzw. die Tiere rennen in den Futterwiesen und suchen frisches Futter.

Aber, wie bereits zu Anfang erwähnt, lässt die Aktivität jetzt mehr nach und die Panzerträger gehen schon relativ früh in ihre warmen Häuser. Gegen Abend sinken die Temperaturen dann auch schon in den einstelligen Bereich, während es in Frühbeet/Schildkrötenhaus noch angenehme 20 Grad sind.

Aber der Herbst rückt näher.

Schildkrötengehege im August

 

Die Darstellung der Produkte wurde mit dem Plugin AAWP umgesetzt.

2 Gedanken zu „Arbeiten im und am Schildkrötengehege Monat August-Nachzuchten“

  1. Hallo und guten Tag, habe mit großem Interesse Ihre/Eure Seite studiert. Ich habe 2 männliche und 1 weibliche Griechen. Kann ich 1 Mann zu der Dame setzen, bzw. soll das immer der gleiche sein oder kann man wechseln? Oder ist es besser, die 2 Männer zusammen in ein Gehege zu setzen und die Dame allein??
    Wäre ganz lieb hier eine Hilfe/Info zu bekommen, da ich immer verschiedenste Antworten von sog. „Experten“ bekomme.

    Antworten
    • Hallo Claudia

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Du hast da mit zwei Männchen und einem Weibchen die leider mit die ungünstigste Zusammensetzung.
      Eine homogene Gruppe zusammenzustellen ist nicht ganz einfach und man muss auch bisserl Glück haben.
      So sollte zu einem Männchen mindestens zwei, besser drei Weibchen hinzugesetzt werden.
      Das ist leider aber auch nicht immer eine Garantie, das die Gruppe funktioniert. So kann sich z.b. das Männchen sich nur auf ein Weibchen konzentrieren, was für das Weibchen dann auch stressig ist.
      Ein Männchen mit einem Weibchen würde ich persönlich jetzt nicht zusammen setzen, da das Männchen in der Paarungszeit das Weibchen zu sehr bedrängen würde (wenn kein zweites Weibchen im Gehege ist).
      Kann aber auch funktionieren. Muss du mal ausprobieren und beobachten. Aber immer mit der Möglichkeit, die beiden zu trennen. Ich würde dann auch nur ein festes Männchen nehmen und nicht immer tauschen.
      Wenn das Gehege groß genug und gut strukturiert ist (damit sich das Weibchen immer mal wieder zurück ziehen kann) kann ein Weibchen/Männchen funktionieren.
      Das Weibchen kann aber auch sehr gut alleine leben. Dann aber besteht die Gefahr, das die zwei Männer sich laufend kappeln.
      Im ungünstigsten Fall muss du alle drei einzeln setzten. Also drei einzelne Gehege bauen.
      Ist, wie oben geschrieben, bei dieser Zusammenstellung leider nicht ganz einfach.

      Gruss
      Torsten

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