Baubericht zum Bau einer Überwinterungsgrube

Überwinterungsrube

Die Hibernation ist jedes Jahr, besonders für Anfänger, unter den Schildkrötenhaltern ein heikles Thema: Ab wann dürfen europäische Landschildkröten starren? Wie lange? Und auch vor allem die Frage: „Wo“? sollen die Tiere ihre notwendige Ruhe halten können (mehr zur Hibernation).
Unsere griechische Landschildkröten halten ihre Kästestarre seit 2014 in einem selbstgebauten Schildkrötenhaus mit integrieter Überwintergrube.
Für uns und auch für viele andere Halter die natürlichste Art der Hibernation, da unsere Tiere selbst entscheiden können, wann und für wie lange sie abtauchen. So kommt es auch mal vor ( z.B. Februar 2019) das ein oder mehrere Tiere bei einem Wärmeeinbruch wach werden und sich sonnen. Nachdem es dann wieder kalt wurde, haben sich die Tiere wieder in der Grube „gemütlich“ gemacht und kamen dann erst Anfang März zum Vorschein. Auch in ihren natürlichen Habiaten ist es nicht ungewöhnlich, das die Schildkröten an wärmeren Tagen aus ihrem Versteck hervorkommen.

Einen Baubericht für eine Überwinterungsrube hat mir die liebe Nina zur Verfügung gestellt.

von Nina Auwärter

Als das alte Gewächshaus abgebaut war, war der perfekte Zeitpunkt zum Bau der Überwinterungsgrube, da wir dann Platz zum „werkeln“ hatten. Das neue Gewächshaus konnte dann einfach aufgebaut werden, nachdem die Grube fertig war.

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Und es beginnt alles mit einem riesen Loch…
Als erstes wurde das Loch für die Grube von Hand ausgehoben.
Maße ca. 1m x 1m x 1m

 

Es war ein ganz schön großes Loch und auch der Haufen Erde war nicht zu verachten!

Aushub

Dann wurde die Erde am Boden der Grube verdichtet mittels eines selbst gebauten „Stampfers“

Wintergrube verdichten

Als nächstes kam handelsüblicher Schotter auf den Boden der Grube um eine Drainage Wirkung zu erzielen, damit Wasser ablaufen kann. Auch dieser Schotter wurde verdichtet.

Schotter für Drainage für die Überwinterungsgrube

Damit die Grube von unten gegen Fressfeinde gesichert werden konnte wurden Platten gelegt. Damit diese ausgerichtet werden konnten, wurde feiner Split verwendet.

Schotter als Unterlage für Platten für die Überwinterungsgrube

So wurde der gesamte Bodenbereich mit 4 Platten nach unten hin gesichert.

Danach ging es an den Bau der Schalung. Als Material haben wir Palettenholz und sonstige Holzreste verwendet die wir vorrätig hatten. Das Ganze wurde mit Winkeln stabilisiert. Die Eisenstangen sind einzelne Teile von Eisengeflechten speziell für Betonarbeiten. Am Boden auf den Platten fixiert mit Montagekleber. Das Eisengeflecht ist wichtig für die Stabilität des Betons und dass dieser nicht reist.

Letzte Aktualisierung am 9.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Außen wurde alles stabilisiert, da Beton eine gewaltige Kraft entwickelt.

Außen wurde alles stabilisiert

Innen wurde ebenfalls stabilisiert gegen die Kraft des Betons. Hierzu haben wir Knochensteine und Platten verwendet die wir noch vorrätig hatten.

Als nächstes wurde der Beton von Hand gemischt um die Mischung zu erhalten die für unsere Zwecke die richtige Konsistenz hatte. Und dann hieß es: rein in die Schalung und hoffen das alles hält.

Nun wurde alles abgedeckt damit der Beton nicht der Sonne ausgesetzt wird und zu schnell trocknet.
Während der Zeit des Trocknens wurde der Beton immer wieder mit der Gießkanne nachgefeuchtet.
Umso langsamer der Beton aushärtet und trocknet, um so stabiler ist er am Ende.

 

Beton aushärten

Und nun hieß es warten…

Und als der Tag endlich gekommen war kam die Schalung ab und das Ergebnis seht ihr hier: die fertige „Betonhülle“ für die Grube.

Nun ging es an die Dämmung der Grube. Umso besser diese gedämmt ist, umso weniger muss man auch bei langanhaltenden tiefen Temperaturen zuheizen. Als Material für die Dämmung haben wir 5 cm Styrodur Platten verwendet, da es nicht so bröselt wie Styropor und der Dämmwert besser ist. Als Kleber haben wir speziellen Kleber verwendet aus dem Fachhandel.

Wichtig ist, dass der Kleber gut verteilt wird und auf beiden Teilen aufgebracht wird. Der Kleber darf nicht glatt gezogen werden wegen der Haftung.

Und dann drauf die Platten einmal rings rum außen auf den Beton.

So sah es nachdem die Dämmung umlaufend angebracht war dann aus.

Als nächster Schritt wurde die Dämmung mit speziellem „Gewebe abgespachtelt“. Heißt spezielles Gewebe wurde mittels einer dünnen Schicht Gewebespachtelmasse auf die Dämmung aufgebracht damit die Dämmung geschützt ist und nicht reißt.

Als vorletzten Schritt haben wir oben umlaufen noch Fenstersimse die übrig waren aufgesetzt damit das Haus mit der Deckelheizung das während der Starre auf der Grube steht einen sicheren und festen Stand hat.

Anhand des folgenden Bildes kann man die Größe der Grube etwas einschätzen 🙂

ferige Grube

Zu guter Letzt wurde lockere Erde in die Grube gefüllt. Da die Erde bei uns sehr lehmhaltig ist mussten wir die Erde die wir raus geschaufelt hatten mittels Sand locker und grabfähig machen.

Da die Erde ja den ganzen Winter feucht sein sollte, war der Sand auch praktisch, da er die Erde nicht nur locker macht, sondern auch verhindert dass die extrem lehmhaltige Erde zu festen „Klumpen“ zusammenmatscht wenn sie feucht wird.

fertige Grube

Anhand des Pflanzenwachstums rings um die Bauarbeiten erkennt man ganz gut, wie viel Zeit vergangen ist, bis das Projekt abgeschlossen war.

Die Bauarbeiten haben vom 24.06.2017 bis zum 27.08.2017 gedauert.

Zusätzlich wurde dann noch ein Haus in Übergröße gebaut, dass im Winter auf der Grube steht.

Hierzu gibt es keine Baubilder aber zumindest das Ergebnis. Die Deckelheizung wird mit einem Biogreen Thermostat gesteuert und geht an, wenn die Temperatur an der Stelle wo der Fühler liegt unter 4 Grad geht. Der Fühler wird von mir immer an die Stelle gelegt, an der das höchst gelegene Tier starrt. Die Unterteilung des Hauses ist nicht zu beachten, sie dient nur zum Schutz meiner Nachzuchten, diese starren im hinteren kleinen Abteil, während die adulten Tiere im großen Bereich ihre Starre verbringen.

 

Vielen Dank Nina für diesen tollen Beitrag!

Text und Bilder: Nina Auwärter 

 


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