Strukturierung mit Steinen – Natürliche Gestaltung im Schildkrötengehege – Teil 2

Eine sehr gute Möglichkeit zur Strukturierung eines Schildkrötengeheges neben Totholz und Gehegepflanzen sind verschiedene Steine bzw. Steingrößen. Beim Aufwerten des Gehegeuntergrunds mit Kalkschotter hatten wir passende Wasserbausteine in der Größe von 20-40 cm dazu bestellt, um ein einheitliches Bild zu erhalten.

Vorteile verschiedener Steintypen

Die Steine haben mehrere Vorteile: Zum einen dienen die größeren als Sichtschutz vor manchmal zu aufdringlichen Artgenossen, zum anderen werden die Steine besonders morgens gerne zur Thermoregulierung genutzt. Besonders geeignet sind dabei verschiedene Gesteinsarten:

  • Kalkstein: Naturbelassen und leicht alkalisch, unterstützt den natürlichen Abrieb der Krallen und des Schnabels. Speichert Wärme gut und gibt sie gleichmäßig ab
  • Schiefergestein: Speichert Wärme besonders gut und bietet durch seine Schichtung natürliche Versteckmöglichkeiten
  • Granitgestein: Sehr robust und wetterbeständig, eignet sich hervorragend für dauerhafte Strukturen und Gehegebegrenzungen
Strukturierung mit Steinen - Natürliche Gestaltung im Schildkrötengehege
Eine Höhle aus Schieferstein

Mikroklima und Temperaturzonen

Die geschickte Anordnung verschiedener Steine ermöglicht die Schaffung unterschiedlicher Mikroklimate im Gehege. Während sonnenbeschienene Steine Wärme speichern und abgeben, sorgen beschattete Bereiche für kühlere Rückzugsmöglichkeiten. Besonders in den Übergangszeiten wie Frühjahr und Herbst sind diese Temperaturunterschiede für die Schildkröten wichtig.

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Die ersten Sonnenstrahlen erwärmen die Steine, die dann die Wärme an die Umgebung und an die Schildkröten abgeben. Dabei können sich die Temperaturen der Steine je nach Sonneneinstrahlung und Material um bis zu 15°C über der Umgebungstemperatur bewegen.

Trockenmauer als besonderes Gestaltungselement

Eine besondere Art der Strukturierung mit Steinen ist der Bau einer Trockenmauer. Im Jahr 2024 hatte ich die Möglichkeit, vom Nachbarn einige Steine aus seiner bestehenden Trockenmauer zu ergattern. Natürlich kann eine solche Mauer nur in entsprechend großen Gehegen verwirklicht werden. Die Trockenmauer dient den Tieren ebenfalls zur Thermoregulierung und heizt diesen Gehegebereich schnell auf. Zugleich fungiert sie als natürliche Barriere zu einem kühleren Teilstück.

Natürliche Verhaltensförderung

Die verschiedenen Steinstrukturen fördern das natürliche Verhaltensrepertoire der Schildkröten. Sie nutzen die Steine zum Klettern, Sonnen und als Rückzugsorte. Besonders wichtig sind Sichtbarrieren aus Steinen, die es den Tieren ermöglichen, sich bei Bedarf aus dem Blickfeld der Artgenossen zurückzuziehen. Dies reduziert Stress und ermöglicht ein harmonischeres Zusammenleben der Gruppe.

Trockenmauer im Schildkrötengehege
Trockenmauer im Schildkrötengehege

Ökologischer Mehrwert und Artenvielfalt

Optisch bereichern angepflanzte Hauswurz (Sempervivum) und spontan gekeimte Pflanzen die Mauer. Auch als Umrandung kleinerer Gehege ist eine Trockenmauer nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern dient ebenso der Wärmeregulierung.
Die Steinstrukturen entwickeln sich mit der Zeit zu wertvollen Mikrohabitaten. In den Spalten und Zwischenräumen siedeln sich verschiedene Insektenarten an:

  • Wildbienen und Hummeln nutzen die Hohlräume als Nistplätze
  • Verschiedene Käferarten finden Unterschlupf
  • Schmetterlinge sonnen sich auf den warmen Steinen
Ein sogenannter Wasserbaustein in unserem Schildkrötengehege
Ein sogenannter Wasserbaustein in unserem Schildkrötengehege

Auch andere Reptilien wie heimische Eidechsen profitieren von den geschaffenen Strukturen. Sie nutzen die Steine zur Thermoregulation und als Jagdgebiet. Zwischen den Steinen wachsende Pflanzen ziehen zusätzlich Insekten an und schaffen so ein kleines Biotop.

In den Mauerritzen können sich verschiedene Moose und Farne ansiedeln. Diese natürliche Begrünung erhöht nicht nur die biologische Vielfalt, sondern macht die Trockenmauer zu einem lebendigen Element im Garten. Besonders im Frühjahr und Sommer, wenn viele Pflanzen blühen, entsteht so ein attraktiver Lebensraum für Bestäuber.

Sicherheitsaspekte für eine Trockenmauer als Umrandung

Beim Bau einer Umrandung als Trockenmauer ist besondere Sorgfalt geboten, um die Ausbruchsicherheit zu gewährleisten. Schildkröten sind erstaunlich geschickte Kletterer und nutzen jede noch so kleine Unebenheit, um sich hochzuarbeiten. Die oberste Steinreihe sollte daher mindestens 5cm  innen überstehen um ein übergreifen zu vermeiden. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Fugen zwischen den Steinen im oberen Bereich der Mauer mit einem geeigneten Mörtel oder Erde zu verschließen, um Trittstufen zu vermeiden. Besonders die Ecken der Umrandung sollten sorgfältig konstruiert werden, da hier oft bevorzugte Kletterstellen entstehen. Eine regelmäßige Kontrolle der Mauer auf lose Steine oder entstandene Klettermöglichkeiten ist unerlässlich, denn die Erfahrung zeigt: Schildkröten sind wahre Meister darin, auch kleinste Schwachstellen in der Gehegesicherung zu finden und für Ausbruchsversuche zu nutzen.

Breitrandschildkröte (Testudo margianta) auf Sardinien
Breitrandschildkröte (Testudo margianta) auf Sardinien

Fazit

Die Strukturierung eines Schildkrötengeheges mit verschiedenen Steinen bietet weitaus mehr als nur optische Vorteile. Sie schafft wichtige Funktionsbereiche für die Thermoregulation der Tiere und ermöglicht ihnen artgerechtes Verhalten durch vielfältige Rückzugs- und Sonnenmöglichkeiten. Besonders wertvoll ist der entstehende Mehrwert für die heimische Fauna und Flora. Das Schildkrötengehege entwickelt sich so zu einem kleinen Biotop, in dem verschiedene Arten einen Lebensraum finden. Die Kombination aus Steinen unterschiedlicher Art und Größe macht das Gehege nicht nur für seine Bewohner attraktiv, sondern trägt auch zur biologischen Vielfalt im eigenen Garten bei. Bei der Gestaltung sollte jedoch immer die Sicherheit der Schildkröten im Vordergrund stehen, insbesondere bei der Konstruktion von Trockenmauern als Gehegebegrenzung.

Griechische Landschildkröte in unserem Schildkrötengehege auf einem Schieferstein
Griechische Landschildkröte in unserem Schildkrötengehege auf einem Schieferstein

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