Bild: Gewöhnlicher Giersch (Aegopodium podagraria)
Foto: Enskanto/Canva.com
Beschreibung mit Blütezeit
Der kantige, hohle Stängel verzweigt sich im oberen Bereich und trägt die für Doldengewächse typischen zusammengesetzten Blütenstände. Die Infloreszenz besteht aus doppeldoldigen Blütenständen mit 12 bis 25 Döldchen, wobei Hüll- und Hüllchenblätter in der Regel fehlen. Die kleinen, fünfzähligen Einzelblüten erscheinen in reinem Weiß, gelegentlich auch zartrosa gefärbt.
Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September, wobei die Hauptblüte gewöhnlich in den Monaten Juni und Juli zu beobachten ist. Nach erfolgreicher Bestäubung entwickeln sich längliche Spaltfrüchte von etwa drei bis vier Millimetern Länge. Das weitverzweigte Rhizomsystem durchzieht den Boden in Tiefen bis zu 50 Zentimetern und bildet die Grundlage für die vegetative Ausbreitung dieser Pflanze.
- Kiefer, Torsten(Autor)
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Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Gewöhnlichen Gierschs umfasst weite Teile Europas sowie das gemäßigte Asien. In Mitteleuropa zählt diese Pflanze zu den häufigsten Wildkräutern und besiedelt bevorzugt halbschattige bis schattige Standorte. Typische Lebensräume sind Auwälder, Gebüschsäume, Heckenränder sowie die Randbereiche von Laubmischwäldern.
Darüber hinaus findet sich der Giersch verbreitet in anthropogen beeinflussten Habitaten wie verwilderten Gärten, Parks, an Zäunen, Mauern und auf nährstoffreichen Ruderalflächen. Als Kulturfolger hat sich diese Art auch in Nordamerika, Australien und Neuseeland etabliert, wo sie als eingeschleppte Pflanze vorkommt. In pflanzensoziologischer Hinsicht gilt der Giersch als Charakterart nitrophiler Saumgesellschaften und wird dem Verband Aegopodion podagrariae zugeordnet.

Ökologischer Wert
Aus ökologischer Perspektive erfüllt der Gewöhnliche Giersch durchaus bedeutsame Funktionen im Naturhaushalt. Die nektarreichen Blütendolden stellen eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche Insektenarten dar, insbesondere für Schwebfliegen, Bienen, Hummeln und verschiedene Käferarten. Als Raupenfutterpflanze dient der Giersch unter anderem der Möhreneule sowie dem Schwalbenschwanz.
Gleichwohl muss auf die problematischen Eigenschaften dieser Art hingewiesen werden. Aufgrund seiner enormen Konkurrenzkraft und Ausbreitungstendenz wird der Giersch vielerorts als invasiver Neophyt eingestuft, insbesondere in Regionen außerhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Seine Fähigkeit, dichte Bestände zu bilden, führt zur Verdrängung einheimischer Vegetation und kann die Biodiversität empfindlich beeinträchtigen. In Gärten gilt die Pflanze gemeinhin als hartnäckiges, schwer zu bekämpfendes Beikraut.
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Verwendung
Trotz seines Rufs als Gartenunkraut besitzt der Gewöhnliche Giersch eine lange Tradition als Heil- und Nahrungspflanze. Die jungen, noch nicht entfalteten Blätter eignen sich vorzüglich für die Verwendung in der Küche und können roh als Salatzutat, gedünstet als Gemüsebeilage oder zur Zubereitung von Suppen und Smoothies genutzt werden. Geschmacklich erinnert das Kraut an eine Mischung aus Petersilie und Möhre mit einer leicht herben Note.
In der traditionellen Volksheilkunde fand der Giersch seit dem Mittelalter Anwendung bei Gicht- und Rheumabeschwerden, worauf auch sein wissenschaftlicher Artname „podagraria“ (von griechisch podagra = Fußgicht) hindeutet. Dem Kraut werden entzündungshemmende, harntreibende und entsäuernde Eigenschaften zugeschrieben. Die Blätter enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin C, Provitamin A, Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Eisen sowie verschiedene ätherische Öle und Flavonoide.
Vermehrung und Ausbreitung
Die Fortpflanzung des Gewöhnlichen Gierschs erfolgt sowohl generativ durch Samen als auch vegetativ über das ausgedehnte Rhizomgeflecht. Die generative Vermehrung spielt eine untergeordnete Rolle, da die Keimfähigkeit der Samen vergleichsweise gering ausfällt. Entscheidend für die Ausbreitungsdynamik ist vielmehr das horizontale Wachstum der unterirdischen Sprossachsen.
Die kriechenden Rhizome können pro Jahr einen Zuwachs von bis zu einem Meter erreichen und treiben an den Nodien regelmäßig neue Sprosse aus. Selbst kleinste Rhizomfragmente sind regenerationsfähig und vermögen neue Pflanzen hervorzubringen, was die mechanische Bekämpfung erheblich erschwert. Diese effiziente klonale Ausbreitung ermöglicht es dem Giersch, innerhalb weniger Jahre geschlossene Dominanzbestände zu etablieren und konkurrenzschwächere Arten zu verdrängen.
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Boden
Hinsichtlich der Bodenansprüche zeigt sich der Gewöhnliche Giersch als wenig wählerisch, bevorzugt jedoch nährstoffreiche, frische bis feuchte Substrate. Optimale Wuchsbedingungen findet die Art auf humosen, tiefgründigen Lehmböden mit guter Wasserversorgung. Der Giersch gilt als ausgesprochener Stickstoffzeiger und gedeiht besonders üppig auf Standorten mit hoher Nährstoffverfügbarkeit.
Bezüglich des pH-Wertes toleriert die Pflanze ein breites Spektrum von schwach sauer bis alkalisch, wobei neutrale bis leicht kalkhaltige Böden bevorzugt werden. Staunässe wird ebenso wenig vertragen wie längere Trockenperioden. In der ökologischen Standortbewertung nach Ellenberg wird dem Giersch eine mittlere Feuchtezahl sowie ein hoher Stickstoffwert zugeordnet, was seine Präferenz für gut versorgte, humide Standorte unterstreicht.
Futterpflanze für europäische Landschildkröten
Aus ernährungsphysiologischer Sicht überzeugt der Giersch durch ein günstiges Calcium-Phosphor-Verhältnis sowie einen moderaten Proteingehalt, was den Anforderungen einer artgerechten Schildkrötenernährung entspricht. Der hohe Rohfaseranteil fördert zudem eine gesunde Verdauungstätigkeit. Allerdings würde ich davon abraten den Giersch ins Gehege zu pflanzen, da er sich extrem schnell ausbreitet. Unsere Griechische Landschildkröten und Spaltenschildkröten fressen den Giersch. Allerdings wird diese Futterpflanze nicht von allen Schildkröten gefressen
Quellenverzeichnis
- Jäger, E. J. (Hrsg.): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen: Atlasband. Springer Spektrum, 13. Auflage, 2017.
- Düll, R.; Kutzelnigg, H.: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Quelle & Meyer Verlag, 8. Auflage, 2016.
- Wikipedia
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