Ich halte die Ostafrikanische Spaltenschildkröte (Malacochersus tornieri) nun schon seit 2014. Angefangen hat alles mit einem Innengehege, später kam zusätzlich ein Außengehege dazu. In all den Jahren durften wir hier im Hunsrück bereits die eine oder andere Nachzucht begrüßen. Trotzdem gibt es auch nach so langer Zeit immer wieder Momente, die einen komplett überraschen.
Zu dieser besonderen Schildkrötenart habe ich auf meiner Homepage bereits mehrere Beiträge geschrieben. Seit April 2025 ist außerdem mein Buch über die Spaltenschildkröte im Kleintierverlag erhältlich. Darin beschreibe ich meine Haltung, meine Erfahrungen und natürlich auch die Aufzucht der kleinen „Pancakes“. Umso schöner ist es, wenn man trotz aller Routine selbst noch staunen darf.
Wenn aus einer einfachen Gehegearbeit plötzlich ein Überraschungsmoment wird
Vor etwa sechs Wochen habe ich einen Teil des Innengeheges mit neuem Substrat versehen. Zuvor war dort Gartenerde eingebracht, die ich grundsätzlich gar nicht schlecht finde. An manchen Stellen war sie aber doch sehr verdichtet und fest geworden. Gerade dort, wo unsere Weibchen gern graben und ihre Eier ablegen, ist das natürlich nicht ideal.
In den Wochen und Monaten davor hatte ich zwar immer wieder Probegrabungen beobachten können, aber trotz gründlicher Suche kein Ei gefunden. Einmal hatte ich im Außengehege sogar ein Ei entdeckt, das leider bereits zerstört war. Das war für mich ein klares Zeichen, dass ich bei den Eiablageplätzen noch einmal genauer hinschauen musste.
Warum ich das Substrat verändert habe
Für die neu gestalteten Eiablagebereiche habe ich mich dann für Schildkrötenerde* von Linsor entschieden. Mir war wichtig, dass das Material ungedüngt, feinkrümelig und gut grabfähig ist. Genau das brauchen die Tiere an solchen Stellen. Wenn der Boden zu hart wird, tun sich die Weibchen deutlich schwerer.
Die Schildkrötenerde* bietet mit ihrer fein krümeligen, grabfähigen Struktur ideale Bedingungen für Landschildkröten. Sie enthält keine langen Fasern, nimmt Feuchtigkeit gut auf, bleibt strukturstabil und besteht zu 100 % aus natürlichen, düngerfreien Bestandteilen. Damit eignet sie sich optimal für Eiablage und Überwinterung. Entwickelt mit Schildkrötenexperte Thorsten Geier und in verschiedenen Gebindegrößen erhältlich.
Jetzt die passende Schildkrötenerde* auswählen und für ein natürliches, sicheres Umfeld sorgen.
Ich nutze grundsätzlich auch sehr gern die sogenannte Maulwurfserde, weil sie fein und natürlich ist. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass selbst aufgelockerte Erde in den Sommermonaten schnell austrocknen und hart werden kann. Genau das könnte auch der Grund gewesen sein, warum ich ein Ei im Außengehege gefunden hatte. Für mich war das jedenfalls Anlass genug, den Bereich zu verbessern.
Plötzlich lagen zwei Eier vor mir
Ich begann also damit, die alte Erde an den entsprechenden Stellen zu entfernen. Und dann kam der Moment, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte: Plötzlich tauchte ein Ei auf. Ich war ehrlich gesagt erstmal völlig perplex. Nach meinem Gefühl konnte dieses Ei nur in den letzten ein bis zwei Wochen gelegt worden sein.
Natürlich habe ich es sofort vorsichtig geborgen und in den Inkubator gelegt. Das Problem dabei war nur: Da ich das Ei beim Ausgraben gefunden hatte, wusste ich nicht mit letzter Sicherheit, ob es sich dabei möglicherweise gedreht hatte. In so einem Moment kann man nur möglichst behutsam arbeiten und hoffen, dass alles gut gegangen ist.
Kaum hatte ich mich von diesem ersten Überraschungsmoment erholt, grub ich weiter. Und dann lag da tatsächlich noch ein zweites Ei. Da war ich wirklich baff. Auch dieses Ei kam direkt in den Inkubator.
Meine Inkubation der Spaltenschildkröten-Eier
Die Temperatur im Inkubator habe ich ohne Nachtabsenkung auf 31,2 Grad eingestellt. Die Luftfeuchtigkeit lag anfangs bei etwa 70 Prozent. Da ich ja nicht wusste, wann die Eier genau gelegt worden waren, habe ich sie zunächst nicht in Substrat eingebettet. So konnte ich alles besser kontrollieren. Ich verzichte grundsätzlich auf das Durchleuchten der Eier. Andere Halter machen damit gute Erfahrungen, aber ich persönlich bin da eher zurückhaltend. Ich habe einfach das Gefühl, dass man den Embryo möglichst wenig stören sollte. Ob man das genauso machen muss, sei dahingestellt, aber für mich ist das der Weg, mit dem ich mich wohler fühle.
Werbung
Kurz vor der Reha war noch alles ruhig
Nach etwa sechs Wochen stand meine Reha an. Einen Tag vor der Abreise, am 18.08.2026, habe ich noch einmal alle Tiere kontrolliert. Dazu gehörten unsere vier Spaltenschildkröten und die elf Griechischen Landschildkröten im Freigehege. Auch die Eier im Inkubator sahen zu diesem Zeitpunkt noch völlig unauffällig aus.
Meine Frau Sonja musste ich in Sachen Schildkröten natürlich nicht lange einweisen. Sie ist seit Jahren genauso begeistert von den Tieren wie ich und kennt sich mit der Haltung bestens aus. Deshalb konnte ich die Tiere die nächsten fünf Wochen wirklich mit gutem Gefühl in ihre Obhut geben. Was die Schildkröten angeht, bin ich also ganz beruhigt in die Reha gefahren.
Die Nachricht, mit der ich nicht gerechnet hatte
Am Montag, den 24.08., bekam ich morgens in der Reha plötzlich eine Nachricht von Sonja – inklusive Fotos. Und da war es: Tatsächlich war eines der kleinen „Pancakes“ bereits geschlüpft.
Das hat mich wirklich überrascht. Die Inkubationszeit der Spaltenschildkröte liegt in der Regel bei etwa 150 -180 Tagen. Das hätte in diesem Fall bedeutet, dass zumindest eines der Eier ungefähr drei Monate im Innengehege gelegen haben musste. Genau das war für mich so unerwartet, weil ich diesen Bereich vorher bereits nach Eiern abgesucht hatte.
So ist es manchmal in der Schildkrötenhaltung: Man glaubt, alles gründlich kontrolliert zu haben, und trotzdem belehren einen die Tiere eines Besseren. Genau das ist einer der Gründe, warum man auch nach vielen Jahren nie aufhört dazuzulernen.
Der Kleine “Pancake” frisch geschlüpft auf einem feuchten Küchenpapier
Gut, wenn man sich aufeinander verlassen kann
Dass ich ausgerechnet beim Schlupf nicht zu Hause war, war natürlich etwas unglücklich. Aber Sonja hat alles genau richtig gemacht. Sie legte das Jungtier nach dem Schlupf zunächst auf ein feuchtes Tuch und kontrollierte, ob die Bauchnaht sauber verschlossen war. Alles sah gut aus.
Was ich zugeben muss: Das Innengehege für die Nachzuchten im Wohnzimmer war zu diesem Zeitpunkt noch nicht komplett vorbereitet. Wir hatten fast ein Jahr lang keine Nachzuchten der Spaltenschildkröte mehr, deshalb war zwar alles grundsätzlich einsatzbereit, aber eben noch nicht zu hundert Prozent fertig. Das war im Nachhinein etwas fahrlässig von mir.
Zum Glück konnte ich mich auch da wieder auf Sonja verlassen. Sie hat das Nachzuchtgehege startklar gemacht, Lampen und UV-Beleuchtung in Betrieb genommen und die Zeitschaltuhren eingestellt. So konnte der kleine Neuzugang direkt umziehen. Laut Sonja hat der oder die Kleine auch schon mit dem Fressen begonnen, was mich natürlich besonders gefreut hat.
Innengehege für unsere “Pancakes”-Nachzuchten beim Neubau
Warum mich diese Nachzucht der Spaltenschildkröte so freut
Die Freude über diese Nachzucht ist natürlich groß. Gerade bei einer bedrohten Art wie der Ostafrikanischen Spaltenschildkröte ist jeder gesunde Schlupf etwas ganz Besonderes. Solche Momente zeigen mir immer wieder, warum ich mich so intensiv mit dieser faszinierenden Art beschäftige.
Gleichzeitig erinnert mich diese Erfahrung auch daran, wie wichtig gute Eiablageplätze und ein passendes Substrat sind. Gerade bei Spaltenschildkröten lohnt es sich, genau hinzuschauen und auch vermeintlich kleine Details ernst zu nehmen. Manchmal entscheidet genau das darüber, ob ein Ei sicher abgelegt wird oder eben nicht.
Mein Fazit zur überraschenden Nachzucht der Spaltenschildkröte
Diese überraschende Nachzucht der Spaltenschildkröte hat mir einmal mehr gezeigt, dass man selbst nach vielen Jahren Haltung nie alles vorhersehen kann. Genau das macht dieses Hobby so spannend, manchmal auch herausfordernd, aber eben auch unglaublich schön. Man lernt nie aus, und das ist auch gut so.
Jetzt hoffen wir natürlich sehr, dass sich auch aus dem zweiten Ei noch ein kleiner „Pancake“ auf den Weg in die Welt macht. Und ganz besonders dankbar bin ich meiner Frau Sonja, die mich in dieser Situation wunderbar vertreten hat.
Wenn du selbst Spaltenschildkröten hältst oder mit dem Gedanken spielst, dich intensiver mit dieser Art zu beschäftigen, dann kann ich dir nur sagen: Beobachte deine Tiere genau, hinterfrage deine Haltung immer wieder kritisch und bleib offen für neue Erfahrungen. Und wenn du Fragen hast, melde dich gern bei uns.
Angekommen im neuen “Zuhause”
Newsletter
Willkommen bei „Landschildkröten im Hunsrück“
– Deinem Zugang zur faszinierenden Welt dieser außergewöhnlichen Reptilien! 🐢
Möchtest Du Informationen über die Haltung, den Gehegebau, die Winterstarre bei europäischen Landschildkröten* sowie die richtige Ernährung und geeignete Futterpflanzen entdecken?
🐢Dann bist Du bei uns genau richtig!🐢
Unser Newsletter versorgt Dich regelmäßig mit spannenden Fakten, praktischen Tipps und inspirierenden Geschichten rund um Landschildkröten.
🐢Trage einfach Deine E-Mail-Adresse ein und begib Dich mit uns auf eine aufregende Reise in die Welt der Landschildkröten🐢
Als kleines Dankeschön erhältst du von mir kostenlos meinen
LANDSCHILDKRÖTEN-STARTER GUIDE! Dieser beinhaltet:
– Die 5 kritischsten Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Nachdem sich bei unseren ostafrikanischen Spaltenschildkröten (Malacochersus tornieri) immer mehr Nachwuchs einstellte, musste natürlich für die kleinen Pancakes dementsprechend Platz…
Nachdem ich mich, natürlich immer nach Rücksprache mit meiner lieben Frau Sonja, im Jahr 2014 entschlossen hatte ostafrikanische Spaltenschildkröten (Malacochersus…
Unsere Testudo hermanni boettgeri`s haben sich mittlerweile alle in der Überwinterungsgrube vergraben. Ich habe, um die Temperaturen zu vergleichen, im Freigehege, im…
*Affiliate Links Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Darüber hinaus verwende ich weitere Affiliate-Links zu anderen Partnern die es mir ermöglichen eine kleine Provision zu verdienen, sollten Sie ein Produkt über einen solchen Link kaufen. Für Sie entstehen selbstverständlich keine zusätzlichen Kosten.