Große Brennnessel (Urtica dioica)
Bild: Große Klette (Arctium lappa)
Foto: Olko1975/Canva.com
Familie: Urticaceae | Gattung: Urtica | Weitere Namen: Brennnessel, Große Nessel
Beschreibung mit Blütezeit
Die Große Brennnessel (Urtica dioica) ist eine ausdauernde, krautige Wildpflanze mit aufrechtem Wuchs. Sie erreicht meist etwa 30 bis 150 Zentimeter Höhe, an sehr nährstoffreichen Standorten auch darüber. Typisch sind die gegenständig angeordneten, länglich-herzförmigen bis lanzettlichen Blätter mit deutlich gesägtem Rand sowie die bekannten Brennhaare an Blättern und Stängeln. Charakteristisch ist außerdem, dass die Art zweihäusig ist: Es gibt also männliche und weibliche Pflanzen.
Die Blütezeit wird je nach Quelle etwas unterschiedlich angegeben, meist von Juni oder Juli bis in den Oktober, teils auch bis November. Die Blüten sind klein, grünlich und unscheinbar; sie fallen weniger durch Farbe als durch ihre lockeren, hängenden Blütenstände auf. Verwechselt werden kann die Große Brennnessel mit der Kleinen Brennnessel (Urtica urens), die jedoch kleiner bleibt und insgesamt kompakter wirkt.
- Kiefer, Torsten(Autor)
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Vorkommen
Die Große Brennnessel ist in weiten Teilen Europas sehr verbreitet und darüber hinaus in vielen gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel anzutreffen. Man findet sie besonders häufig an Wegrändern, Zäunen, Böschungen, Waldrändern, auf Brachflächen, an Bachufern sowie in der Nähe von Siedlungen und Kompostplätzen. Typisch ist ihr Auftreten auf stickstoffreichen, nährstoffreichen Standorten.
Wo Brennnesseln in größeren Beständen wachsen, ist das oft ein Hinweis auf einen gut versorgten, eher frischen Boden. Für naturhafte Gehegeränder, wilde Ecken im Garten oder Randbereiche mit mehr Nährstoffeintrag ist sie daher eine sehr typische Pflanze.

Ökologischer Wert
Ökologisch ist die Große Brennnessel deutlich wertvoller, als ihr Ruf vermuten lässt. Zwar gehört sie nicht zu den auffälligen klassischen Nektarpflanzen, weil sie überwiegend windbestäubt ist, doch als Raupenfutterpflanze ist sie von großer Bedeutung. Gerade verschiedene Schmetterlingsarten nutzen Brennnesseln als Kinderstube; besonders bekannt ist das für Arten wie den Kleinen Fuchs (Aglais urticae, Synonym: Nymphalis urticae). Brennnesselbestände fördern damit unmittelbar die Insektenvielfalt.
Für einen naturnahen Garten oder ein strukturreiches Schildkrötengehege kann ein begrenzter Brennnesselbestand deshalb sinnvoll sein. Wichtig ist nur, die Pflanze nicht unkontrolliert wuchern zu lassen, wenn wenig Platz vorhanden ist.
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Verwendung
Die Große Brennnessel hat eine lange Tradition als Nutzpflanze. Junge Triebe und Blätter wurden in der Küche etwa für Suppen, Gemüsegerichte oder Tee verwendet. Auch in der Volksheilkunde spielt sie seit Langem eine Rolle; dabei sollte man jedoch keine Heilversprechen ableiten.
Im Garten ist sie außerdem als Jauchepflanze bekannt und wird teils zur Förderung des Bodenlebens oder als Pflanzenstärkungsmittel genutzt. Für Tierhalter ist vor allem interessant, dass sie sowohl frisch als auch angetrocknet als Wildfutter Beachtung findet.
Vermehrung und Ausbreitung
Die Große Brennnessel vermehrt sich über Samen und sehr wirkungsvoll über Rhizome. Gerade diese unterirdischen Ausläufer sorgen dafür, dass sich aus kleinen Beständen mit der Zeit größere Horste und dichte Flächen entwickeln können.
Im Garten oder Gehege* lässt sich die Ausbreitung gut steuern, wenn man Bestände rechtzeitig zurücknimmt und Rhizomstücke bei Bedarf absticht. Wer Brennnesseln bewusst stehen lässt, sollte ihnen am besten einen festen Randbereich zuweisen, damit andere Futterpflanzen nicht verdrängt werden.
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Boden
Brennnesseln mögen nährstoffreiche, humose und eher frische bis mäßig feuchte Böden. Am besten gedeihen sie sonnig bis halbschattig. Trockenste, magere und stark verdichtete Standorte sind deutlich weniger geeignet; ebenso ist dauerhafte Staunässe ungünstig.
Für Schildkrötenhalter heißt das praktisch: Die Pflanze passt eher in Randzonen oder in etwas kräftigere Gartenbereiche als in ausgesprochen magere Kräuterbeete. Dort, wo sie gut steht, wächst sie meist zuverlässig und ausdauernd.
Futterpflanze für Europäische Landschildkröten
Für Europäische Landschildkröten ist die Große Brennnessel (Urtica dioica) grundsätzlich eine gut geeignete Wildpflanze und wird in Futterpflanzenübersichten regelmäßig genannt. Verfüttert werden vor allem Blätter und junge Triebe. Frisch wird sie nicht von jedem Tier gleichermaßen begeistert aufgenommen, was unter anderem mit den Brennhaaren zusammenhängen kann.
In der Praxis zeigt sich häufig, dass leicht angetrocknete Brennnesseln besonders gern gefressen werden. Durch das Antrocknen verliert die Pflanze ihren Brennreiz weitgehend, und viele Tiere nehmen sie dann deutlich lieber an. Das passt auch zu Ihrer Beobachtung: Unsere Griechische Landschildkröten fressen Brennnessel oft sehr gern, vor allem wenn sie etwas angewelkt oder angetrocknet ist und dann mit Vorliebe aufgenommen wird. Als Teil eines abwechslungsreichen Wildpflanzenangebots ist sie deshalb sehr gut brauchbar.
Wichtig bleibt wie immer die Mischung: Brennnessel sollte nicht als alleiniges Hauptfutter dienen, sondern als Baustein innerhalb einer breiten Auswahl geeigneter Wildkräuter. So passt sie gut in eine naturnahe, strukturreiche Fütterung Europäischer Landschildkröten.
Quellenverzeichnis
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Brennnessel
Mein schöner Garten: https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/brennnesseln/brennnessel
NaturaDB: https://www.naturadb.de/pflanzen/urtica-dioica/
NABU naturgucker: https://nabu-naturgucker.de/meldeportal/naturbeobachtungen-melden/brennnesseln-raupen/
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