Große Klette (Arctium lappa)

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Große Klette (Arctium lappa)

Bild: Große Klette (Arctium lappa)
Foto: seven75/Canva.com

Familie: Korbblütler (Asteraceae)  |  Gattung: Kletten (Arctium)  |  Weitere Namen: Butzenklette, Bardana

Beschreibung mit Blütezeit

Die Große Klette ist eine zweijährige krautige Pflanze, die im ersten Jahr nur eine bodennahe Blattrosette bildet und erst im zweiten Jahr blüht, fruchtet und dann abstirbt. Sie erreicht Wuchshöhen von 150 bis 200 cm und ist durch eine bis zu 60 cm (teils bis 1 m) tiefe, verholzende Pfahlwurzel im Boden verankert.

Die Stängel sind aufrecht, kantig, längs gefurcht, mit Mark gefüllt und spinnwebig behaart – bis etwa 2 cm dick. Die Grundblätter sind lang gestielt (über 30 cm Stiellänge), herzförmig-oval, bis zu 50 cm lang, und bilden eine flach ausgebreitete Rosette. Die Blattunterseite ist kahl bis schwach graufilzig behaart. Die Stängelblätter werden zur Spitze hin deutlich kleiner.

Blütezeit: Juli bis September. Die kugelförmigen Blütenkörbchen haben einen Durchmesser von 3 bis 5 cm und sitzen auf bis zu 10 cm langen Stielen. Die Hüllblätter sind schmal, fast kahl, mit bräunlich-gelben, hakig gekrümmten Spitzen – das charakteristische „Kletten“-Merkmal. Die Röhrenblüten sind rot bis purpurviolett.

Die Früchte sind 6–8 mm lange, schwarze Achänen mit einem Borstenkranz aus feinen Pappushaaren, die bei Hautkontakt Juckreiz auslösen können.

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Vorkommen

Die Große Klette ist in weiten Teilen Eurasiens beheimatet, mit Schwerpunkt in Mittel- und Osteuropa, dem südlichen Skandinavien sowie England. Auf der Iberischen Halbinsel und im nördlichen Skandinavien fehlt sie weitgehend. In Nordamerika und Australien hat sie sich als eingebürgerter Neophyt etabliert.

Typische Wuchsorte sind Wegränder, Zäune, Schuttplätze, Flussschotter und lichte Auwälder. In der Höhenverbreitung steigt die Art bis in die montane Stufe auf etwa 1.300 m, im Wallis sogar bis 1.700 m.

Große Klette (Arctium lappa)
Foto: petrovaliliya/Canva.com

Ökologischer Wert

Die Große Klette besitzt eine beachtliche Bedeutung für die heimische Tierwelt. Laut NaturaDB profitieren rund 72 Wildbienenarten sowie 5 Schmetterlingsarten von ihrem Nektar- und Pollenangebot. Während der sommerlichen und frühherbstlichen Blütezeit stellt sie eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche Bestäuber dar. Darüber hinaus dienen die Samen verschiedenen Finkenarten – insbesondere dem Stieglitz (Distelfink) – als Futter. Die ausladenden Grundblätter bieten Käfern und weiteren Kleintieren Unterschlupf und Schutz.

Die Art gilt gemäß der Roten Liste als ungefährdet. Sie ist in Mitteleuropa heimisch und stellt keine invasive Pflanze dar. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet kann sie daher bedenkenlos gefördert und angesiedelt werden.

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Verwendung

Sowohl die Wurzel als auch junge Blätter und das Stängelmark sind als Wildgemüse genießbar. Der Geschmack des Marks erinnert an Artischocke. In Japan zählt die Klettenwurzel unter dem Namen „Gobō“ zu den Standardgemüsen; ebenso ist sie in der chinesischen und koreanischen Küche verbreitet. Im europäischen Mittelalter fand die Wurzel ebenfalls als Nahrungsmittel Verwendung. In Großbritannien kennt man das Erfrischungsgetränk „Dandelion and Burdock“ bereits seit dem 13. Jahrhundert.

Als Heilpflanze genießt die Große Klette seit Jahrhunderten Ansehen. Traditionelle Einsatzgebiete umfassen Hautleiden wie Ekzeme, Schuppenflechte und Furunkel, ferner Rheuma, Leberbeschwerden, Haarausfall sowie Verdauungsprobleme. Die Wirkung beruht vor allem auf der Anregung der Verdauungssäfte, insbesondere der Gallenproduktion. Äußerlich beschleunigen Umschläge die Wundheilung. Klettenwurzelöl findet zudem in der Haarpflege und Kosmetik Anwendung.

Vermehrung und Ausbreitung

Die Verbreitung der Großen Klette erfolgt vorwiegend durch Epichorie, also Klettausbreitung. Die Fruchtstände mit ihren hakenförmig gekrümmten Hüllblättern verfangen sich im Fell vorbeistreifender Tiere oder an der Kleidung von Menschen und werden auf diese Weise oft über weite Strecken verschleppt. Obwohl die Achänen einen Pappus (Haarkrone) besitzen, sind sie für eine Windausbreitung zu schwer.

Im Garten lässt sich die Pflanze unkompliziert über Direktsaat vermehren. Die Samen werden im Frühjahr oder Herbst an Ort und Stelle ausgebracht. Eine Vorkultur ist nicht erforderlich.

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Boden

Die Große Klette bevorzugt frische bis feuchte, nährstoffreiche und kalkhaltige Substrate. Ideal sind sandig-lehmige bis humose, gut durchlässige Böden. Sie gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Staunässe verträgt die Art nicht, kurzfristige Trockenheit hingegen übersteht sie dank ihrer tief reichenden Pfahlwurzel problemlos.

Futterpflanze für europäische Landschildkröten

Die Große Klette wird in mehreren veterinärmedizinischen Futterpflanzenlisten als geeignetes Futtermittel für europäische Landschildkröten aufgeführt. Verfüttert werden können sowohl die Blätter als auch die Wurzeln. Ich hatte es unseren Griechischen Landschildkröten zum probieren gegeben, wurde aber mehr oder weniger verschmäht.

Ihr hoher Rohfaseranteil sowie die enthaltenen Bitterstoffe entsprechen dem natürlichen Nahrungsspektrum wildlebender Landschildkröten. Da sich die Klette im Garten leicht aus Samen ziehen lässt und auch an halbschattigen Plätzen zuverlässig gedeiht, eignet sie sich hervorragend für die Bepflanzung von Schildkröten-Freigehegen, aber aufgrund der Größe eher für große Freigehege.

Quellenverzeichnis

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