Lau(s)b(ub)geschichte

Buchen-Eichenlaub

Da ich gerade zu dieser Jahreszeit öfters mal gefragt werde, welches Laub ich für unsere Überwinterungsgrube benutze, habe ich dies mal etwas zusammengefasst.

Es hat schon seiner Vorteile in einer ländlichen Gegend zu wohnen und dazu auch noch direkt an einem Mischwald.

Buchen, Eichen, Ahorn und Birke wachsen als Laubholz direkt neben unserem Grundstück. Genügend Laub, um alle meine Schildkrötenbekannte damit zu versorgen und wenn es sein muss noch einige mehr. Seit Jahren benutze ich zur Überwinterung Buchenlaub und habe damit nur gute Erfahrungen gemacht. Seit zwei Jahren verwende ich eine Mischung aus Buchen – und Eichenlaub.

Einige werden sich jetzt fragen: „Eichenlaub? Aber Eichenlaub erhält doch Gerbsäure!“

Griechische Landschildkröten in der Überwinterungsrube
Griechische Landschildkröten in der Überwinterungsrube

Richtig! Ist auch ein Grund, warum ich Eichenlaub erst seit zwei Jahren benutze. Vergiftungserscheinungen treten aber nur auf, wenn die Gerbstoffe in den Körper gelangen. Bis nun die Gerbsäure bei den Schildkröten überhaupt ankommt, muss das Eichenlaub erstmal verrotten und mit Wasser in den Boden an die Stelle des Tieres eingeschlämmt werden. Eichenlaub hat eine Zersetzungsdauer von ca. 2,5 Jahre, Buchenlaub sogar ca. 3 Jahre. Ich denke mal, so lange am Stück wird dann auch keine europäische Landschildkröte starren. Und im Frühjahr sollte das Laub eh entsorgt werden. Lutz Prauser hat in der Testudowelt zur Verwendung von Eichenlaub einen tollen Beitrag verfasst.

Überwinterungsgrube mit Buchenlaub gefüllt
Überwinterungsgrube mit Buchenlaub gefüllt, Winter 2014

Jetzt, Ende Oktober, hat die Aktivität der Tiere schon merklich nachgelassen und die meisten Tiere haben sich bereits vergraben. Dies gehört aber alles noch zur Vorbereitung! Daher habe ich noch genügend Zeit das Laub im Gewächshaus trocknen zu lassen (Im Gegensatz zur Überwinterung im Kühlschrank muss ich hier auch nicht das Substrat regelmäßig befeuchten!). Erst gegen Mitte November, wenn die Temperaturen konstant niedrig sind, wird die Überwinterungsgrube komplett mit Laub aufgefüllt. Das kann sich aber, sollte es zu warm sein, auch noch nach hinten verschieben. Es gibt also keinen festen Zeitpunkt, an dem ich sagen kann: „am Tag x starren unsere Tiere“. Hier sollte jeder der Natur ihren Lauf lassen und den Tieren die Entscheidung überlassen. Dazu gehört für mich Futter und Wasser bereit stellen und nicht die Tiere „zwangsbaden“ um den Darm zu entleeren (was meiner Meinung nach vollkommen unnötig ist!).

Natürlich kann auch jedes andere Laub verwendet werden, aber die besten Erfahrungen habe ich mit Buche und Eichenlaub gemacht (einige Laubarten kleben zusammen, wenn sie nass werden und verlieren so die isolierende Wirkung. z.B. Birkenblätter).

Es ist aber nicht in Stein gemeißelt ausschließlich Laub zu verwenden. Sphagnum Moos ist z.B. bei der Kühlschranküberwinterung sehr gut geeignet, da es Feuchtigkeit gut aufnimmt und im Gegensatz zu einigen Laubarten nicht schimmelt. Für die Überwinterung im Frühbeet/Gewächshaus verwenden einige Halter auch Stroh (nicht für die Starre im Kühlschrank geeignet, da bei fehlender Durchlüftung leicht schimmeln kann) und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Für die einen ist Buchenlaub nützlich für die Starre, die anderen haben einfach nur ihren Spass damit wie bei unserem Lausbub Sammy unschwer zu erkennen.

Lausbub Sammy beim sammeln von Buchenlaub
Lausbub Sammy beim sammeln von Buchenlaub

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Letzte Aktualisierung am 13.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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