Lichtkeimer im Schildkrötengehege – Wildkräuter richtig aussäen und natürlich wachsen lassen
Wer europäische Landschildkröten* möglichst naturnah halten möchte, sollte sich nicht nur mit der Gestaltung des Freigeheges beschäftigen, sondern auch mit der Vegetation, die darin wächst.
Seit 2001 halte ich Landschildkröten und beschäftige mich intensiv mit ihren natürlichen Lebensräumen, der Ernährung und der Gestaltung geeigneter Freigehege. Dabei spielt für mich eine abwechslungsreiche Wildkräutervegetation eine besonders wichtige Rolle.
Ein naturnahes Schildkrötengehege muss nicht überall dicht begrünt sein. Im Gegenteil: Offene, sonnige Bereiche, steinige Flächen, niedrig wachsende Wildkräuter und höherer Bewuchs können sich sinnvoll ergänzen. Entscheidend ist, dass die Pflanzen zu den jeweiligen Standortbedingungen passen und den Tieren ein vielfältiges Nahrungsangebot zur Verfügung steht.
Wer geeignete Wildkräuter selbst aussäen möchte, begegnet früher oder später den Begriffen Lichtkeimer und Dunkelkeimer.
Doch was bedeutet das eigentlich? Welche Futterpflanzen profitieren bei der Keimung von Licht? Und wie lassen sie sich erfolgreich in einem naturnahen Schildkrötengehege ansiedeln?
Was sind Lichtkeimer?
Pflanzen haben im Laufe ihrer Entwicklung unterschiedliche Strategien hervorgebracht, um unter möglichst günstigen Bedingungen zu keimen.
Bei sogenannten Lichtkeimern benötigen die Samen Licht oder werden durch Licht zur Keimung angeregt. Verantwortlich dafür sind unter anderem lichtempfindliche Pflanzenpigmente, die sogenannten Phytochrome.
Vereinfacht gesagt kann der Samen dadurch auf die Lichtverhältnisse seiner Umgebung reagieren. Das ist besonders bei sehr kleinen Samen von Vorteil, deren gespeicherte Nährstoffreserven häufig nicht ausreichen, um aus größeren Bodentiefen bis an die Oberfläche zu wachsen.
Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied: Nicht jede Pflanze, deren Samen bei Licht besser keimen, benötigt Licht zwingend.
Manche Arten keimen auch im Dunkeln, erreichen unter Lichteinfluss aber eine höhere Keimrate. Andere reagieren zusätzlich auf Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit oder eine vorausgegangene Kälteperiode.
Deshalb sollte man die Begriffe Lichtkeimer und Dunkelkeimer nicht als starre Einteilung verstehen, die für jede Pflanzenart unter allen Bedingungen gleichermaßen gilt.
Warum sind Lichtkeimer für das Schildkrötengehege interessant?
In den natürlichen Lebensräumen europäischer Landschildkröten finden wir eine abwechslungsreiche Vegetation aus Gräsern, Kräutern, Stauden und Gehölzen.
Dazwischen liegen immer wieder offene Bodenstellen, steinige Bereiche und Flächen mit nur spärlichem Pflanzenbewuchs.
Gerade solche offenen Bereiche können für die Keimung lichtbedürftiger Pflanzen besonders günstig sein.
Auch in unseren Freigehegen entstehen durch die Bewegungen der Schildkröten, durch das Abweiden der Vegetation oder durch natürliche Veränderungen des Bodens immer wieder kleine Lücken.
Dort können sich Wildkräuter ansiedeln, sofern die übrigen Bedingungen stimmen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede freie Bodenstelle automatisch begrünt werden sollte. Sonnige, vegetationsarme Flächen gehören für mich ebenso zu einem naturnah gestalteten Gehege wie Bereiche mit dichterem Pflanzenbewuchs.
Mein Ziel ist nicht ein möglichst grünes Gehege, sondern eine abwechslungsreiche und standortgerechte Vegetation.
Welche Lichtkeimer eignen sich als Futterpflanzen?
Unter den geeigneten Wildkräutern für europäische Landschildkröten* finden sich verschiedene Pflanzenarten, deren Samen durch Licht zur Keimung angeregt werden.
Dabei unterscheiden sich sowohl die Ansprüche an die Aussaat als auch die bevorzugten Standorte.
Eine kleine Liste von Lichtkeimer:
Breitwegerich (Plantago major)

Der Breitwegerich gehört zu den bekannten heimischen Wildkräutern und ist als Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung europäischer Landschildkröten geeignet.
Seine breiten Blätter wachsen in einer bodennahen Rosette. Die Pflanze ist vergleichsweise trittverträglich und kommt häufig auf Wegen, an Wegrändern und auf verdichteten Böden vor.
Botanisch ist besonders interessant, dass die Samen des Breitwegerichs eine ausgeprägte Lichtabhängigkeit bei der Keimung zeigen können.
Für die Aussaat empfiehlt es sich deshalb, die Samen auf einem vorbereiteten, feuchten Boden nur leicht anzudrücken.
Untersuchungen zur Keimung von Breit- und Spitzwegerich zeigen, dass sich die beiden verwandten Arten in ihrer Reaktion auf Licht unterscheiden können.
Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Auch der Spitzwegerich ist eine geeignete Futterpflanze für europäische Landschildkröten*.
Im Gegensatz zum Breitwegerich besitzt er schmale, längliche Blätter und kommt häufig auf Wiesen, Weiden und an Wegrändern vor.
Seine Samen profitieren unter verschiedenen Bedingungen von Licht, können jedoch teilweise auch im Dunkeln keimen.
Spitzwegerich lässt sich auf offenen Bodenstellen aussäen. Je nach Saatgut und Standort kann eine sehr dünne Erdbedeckung ebenfalls funktionieren.
Löwenzahn (Taraxacum officinale agg.)

Der Löwenzahn dürfte wohl zu den bekanntesten Futterpflanzen in der Landschildkrötenhaltung gehören.
Blätter und Blüten werden von vielen europäischen Landschildkröten* gerne aufgenommen.
Seine Samen können durch Licht zur Keimung angeregt werden. Deshalb ist eine oberflächennahe Aussaat sinnvoll.
Allerdings möchte ich an dieser Stelle etwas betonen, das mir bei der Ernährung unserer Schildkröten besonders wichtig ist:
Auch eine geeignete Futterpflanze wie Löwenzahn sollte nicht das tägliche Hauptfutter darstellen.
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit vielen unterschiedlichen Wildkräutern ist wesentlich sinnvoller, als sich auf einige wenige bekannte Arten zu beschränken.
Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Schafgarbe ist eine ausdauernde Wildpflanze mit fein gefiederten Blättern und meist weißen Blütenständen.
Sie kommt häufig auf Wiesen, an Wegrändern und auf vergleichsweise nährstoffarmen Standorten vor.
Die Samen sind klein und ihre Keimung wird durch Licht sowie weitere Umweltfaktoren beeinflusst
Für die Aussaat eignet sich ein feinkrümeliger, leicht feuchter Boden. Die Samen werden oberflächlich ausgebracht und angedrückt.
Schafgarbe kann das pflanzliche Angebot im Gehege ergänzen. Ihre Bitterstoffe machen sie botanisch interessant, allerdings sollte man daraus keine besonderen Heil- oder Verdauungswirkungen für Landschildkröten ableiten.
Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis)

Die Nachtkerze ist eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr eine bodennahe Blattrosette ausbildet.
Erst im zweiten Jahr entwickelt sie ihre höheren Blütenstände mit den charakteristischen gelben Blüten.
Die Samen reagieren deutlich auf Licht. Eine oberflächliche Aussaat kann deshalb von Vorteil sein.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Lichtintensität und Lichtqualität die Keimung der Gewöhnlichen Nachtkerze beeinflussen.
Die Pflanze bevorzugt offene, sonnige und gut durchlässige Standorte.
Junge Blätter können das abwechslungsreiche Futterangebot ergänzen. Da die Pflanze später recht hoch werden kann, sollte ihr Standort im Gehege bewusst gewählt werden.
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Weitere geeignete Wildkräuter – aber nicht alle sind Lichtkeimer
Nicht jede wertvolle Futterpflanze muss natürlich nicht ein Lichtkeimer sein.
Beispielsweise eignen sich auch Wilde Malve, Wegwarte und verschiedene andere Wildkräuter als Bestandteile einer vielfältigen Vegetation.
Ihre Keimbedingungen unterscheiden sich jedoch und lassen sich nicht pauschal mit denen typischer Lichtkeimer gleichsetzen.
Wilde Malve (Malva sylvestris)

Die Wilde Malve ist eine interessante Futterpflanze, deren Blätter und Blüten von Landschildkröten gerne gefressen werden.
Sie besitzt größere Samen als viele typische Lichtkeimer. Bei der Aussaat ist eine Erdbedeckung möglich und je nach Anbaumethode sinnvoll.
Die Wilde Malve sollte deshalb nicht pauschal als reiner Lichtkeimer bezeichnet werden.
Wegwarte (Cichorium intybus)

Die Wegwarte ist mit ihren hellblauen Blüten eine auffällige heimische Wildpflanze.
Ihre Blätter können das Futterangebot bereichern. Besonders interessant ist die Pflanze für sonnige, eher trockene und gut durchlässige Standorte.
Bei der Aussaat ist eine flache Saatgutablage sinnvoll. Die Keimung hängt nicht allein vom Licht ab, sondern auch von weiteren Umweltbedingungen.
Ringelblume (Calendula officinalis)

Die Ringelblume wird ebenfalls gelegentlich als ergänzende Futterpflanze verwendet.
Botanisch gehört sie allerdings nicht zu den typischen Lichtkeimern.
Ihre Samen sollten bei der Aussaat leicht mit Erde bedeckt werden. Auch entsprechende Aussaatleitfäden empfehlen eine Aussaat unter der Bodenoberfläche.
Für ein naturnahes Schildkrötengehege würde ich heimischen und standortgerechten Wildkräutern grundsätzlich den Vorrang geben.
Wildkräuter direkt im Freigehege aussäen – meine bevorzugte Methode
Bei der Ansiedlung geeigneter Wildkräuter bevorzuge ich die direkte Aussaat in meinen Freigehegen. Das entspricht auch meinem Verständnis einer möglichst naturnahen Schildkrötenhaltung.
Mir geht es dabei nicht darum, möglichst schnell eine vollständig begrünte Fläche zu schaffen. Vielmehr möchte ich die Entwicklung einer abwechslungsreichen Vegetation fördern, in der unterschiedliche Wildkräuter ihren Platz finden.
Dafür nutze ich überwiegend die Direktsaat. Die Pflanzen können sich von Anfang an unter den Bedingungen entwickeln, die sie später auch im Gehege vorfinden.
Ob sich eine Pflanze dauerhaft ansiedelt, hängt unter anderem von der Bodenbeschaffenheit, der Feuchtigkeit, den Temperaturen und nicht zuletzt von unseren Schildkröten ab.
Eine Voranzucht im Frühbeet oder Gewächshaus* kann durchaus sinnvoll sein. Für mich steht jedoch die direkte Aussaat im Freigehege im Vordergrund.
Die sorgfältig zusammengestellte Samenmischung besteht aus robusten, schnittverträglichen Wildkräutern, die sich durch ihre hohe Regenerationsfähigkeit auszeichnen und über lange Zeit einen zuverlässigen Futterbestand liefern.
Sie orientiert sich an den natürlichen Lebensräumen von Landschildkröten und eignet sich hervorragend für die naturnahe Gestaltung von Schildkrötengehegen. Das hochwertige Saatgut überzeugt durch eine ausgezeichnete Keimfähigkeit und sorgt für einen dichten, artenreichen Pflanzenbestand.
Enthalten sind sechs bewährte Futterpflanzen: Spitzwegerich, Löwenzahn, Hirschhornwegerich, Kleiner Wiesenknopf, Wiesenpippau und Wegwarte.
Die Mischung wurde von dem Buchautor und erfahrenen Schildkrötenexperten Thorsten Geier empfohlen.
1. Einen geeigneten Standort auswählen
Nicht jede Pflanze wächst auf jedem Boden gleich gut.
Während manche Arten sonnige, trockene und magere Standorte bevorzugen, benötigen andere etwas mehr Feuchtigkeit.
Deshalb sollte man vor der Aussaat überlegen, welche Wildkräuter zum jeweiligen Bereich des Geheges passen.
2. Den Boden vorbereiten
Für die Aussaat eignet sich eine offene, möglichst konkurrenzarme Bodenstelle.
Die Oberfläche sollte etwas gelockert und bei Bedarf von dichter Vegetation befreit werden.
Ein vollständiger Austausch des vorhandenen Bodens ist dafür normalerweise nicht erforderlich.
Gerade in naturnahen Gehegen möchte ich vermeiden, dass durch unnötige Bodenverbesserungen oder starke Düngung ein übermäßig üppiger Pflanzenwuchs entsteht.
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3. Die Samen richtig ausbringen
Bei ausgeprägt lichtbedürftigen Samen wie denen des Breitwegerichs reicht es aus, diese oberflächlich auszustreuen und vorsichtig anzudrücken.
Andere Arten vertragen oder benötigen eine leichte Erdbedeckung.
Hier lohnt es sich, die jeweiligen Aussaatempfehlungen zu beachten, anstatt sämtliche Wildkräuter nach derselben Methode auszusäen.
4. Auf ausreichende Feuchtigkeit achten
Besonders während der Keimung darf die oberste Bodenschicht nicht vollständig austrocknen.
Das kann gerade bei sehr flach ausgesäten Samen zum Problem werden.
Die Fläche sollte deshalb bei trockener Witterung vorsichtig feucht gehalten werden, ohne Staunässe entstehen zu lassen.
5. Junge Pflanzen schützen
Ein Problem kennen viele Schildkrötenhalter: Kaum zeigen sich die ersten zarten Pflänzchen, werden sie bereits wieder abgefressen.
Deshalb kann es sinnvoll sein, frisch ausgesäte Bereiche vorübergehend mit einem geeigneten Schutzkorb oder einer kleinen Abgrenzung zu sichern.
So haben die Jungpflanzen die Möglichkeit, kräftigere Wurzeln und ausreichend Blattmasse zu entwickeln.
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Wildkräuter im Frühbeet oder Gewächshaus vorziehen
Nicht immer ist die direkte Aussaat im Schildkrötengehege die beste Lösung.
Gerade bei stark beweideten Flächen oder Pflanzen, die sich nur langsam entwickeln, kann eine Voranzucht sinnvoll sein.
Dafür eignen sich beispielsweise kleine Anzuchtschalen, Töpfe oder ein geschützter Bereich im Frühbeet beziehungsweise Gewächshaus*.
Wichtig ist, dass Temperatur, Feuchtigkeit und Licht zu den jeweiligen Pflanzenarten passen.

So funktioniert die Voranzucht
Zunächst werden die Anzuchtgefäße mit einer geeigneten, möglichst nährstoffarmen Anzuchterde gefüllt.
Die Samen werden entsprechend ihrer Keimungsansprüche ausgesät. Ausgeprägte Lichtkeimer bleiben an der Oberfläche, während andere Samen leicht mit Substrat bedeckt werden.

Anschließend wird die Erde vorsichtig angefeuchtet.
Während der Keimung sollte das Substrat gleichmäßig feucht, aber keinesfalls dauerhaft nass sein. Sobald sich die Jungpflanzen ausreichend entwickelt haben, können sie bei Bedarf vereinzelt und in größere Gefäße umgesetzt werden. Vor dem endgültigen Auspflanzen ins Freigehege sollten im Haus oder Gewächshaus* vorgezogene Pflanzen schrittweise an die Außenbedingungen gewöhnt werden. Der richtige Zeitpunkt hängt von der Pflanzenart und der Witterung ab.
Ein geschützter Standort während der ersten Tage kann helfen, Schäden durch starke Sonneneinstrahlung, Wind oder niedrige Temperaturen zu vermeiden.
Wann ist die beste Zeit für die Aussaat?
Eine pauschale Aussaatzeit für alle Wildkräuter gibt es nicht.
Viele Arten lassen sich im Frühjahr aussäen, sobald geeignete Temperaturen erreicht werden. Andere Pflanzen profitieren von einer Herbstaussaat oder einer vorausgegangenen Kälteperiode.
Gerade bei heimischen Wildpflanzen lohnt es sich deshalb, auch ihre natürlichen Entwicklungszyklen zu berücksichtigen. Im Herbst fallen zahlreiche Samen auf den Boden, überstehen dort den Winter und keimen erst, wenn im Frühjahr passende Bedingungen herrschen. Nicht jede Wildkrautart muss deshalb bereits im Februar auf der Fensterbank vorgezogen werden.
Für mich ist entscheidend, dass die Aussaat zur jeweiligen Pflanze und zum Standort passt.

Häufige Fehler bei der Aussaat von Wildkräutern
Die Samen werden zu tief ausgesät.
Besonders bei sehr kleinen und lichtbedürftigen Samen kann eine zu starke Erdbedeckung die Keimung verhindern.
Die Bodenoberfläche trocknet aus.
Oberflächlich ausgesäte Samen sind während der Keimung besonders anfällig für Trockenheit.
Die Pflanzen werden zu früh abgefressen.
Junge Keimlinge haben noch kaum Reserven. Ein vorübergehender Schutz kann ihre Entwicklung deutlich verbessern.
Es werden zu viele Samen auf engem Raum ausgesät.
Die Jungpflanzen konkurrieren anschließend um Licht, Wasser und Platz.
Die Pflanzen passen nicht zum Standort.
Eine Wildpflanze, die frische, nährstoffreichere Böden bevorzugt, wird sich auf einer extrem trockenen und steinigen Fläche möglicherweise nur schwer etablieren.
Es wird zu schnell aufgegeben.
Manche Wildkräuter keimen innerhalb weniger Tage, andere benötigen deutlich mehr Zeit oder bestimmte Temperaturbedingungen.
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- 50 g Saatgut reichen je nach Aussaatmenge für ca. 17–50 m² Kräuterwiese und ermöglichen eine flexible Aussaat von Schildkröten Kräutern im Beet, Frühbeet oder Außenbereich von Gehegen.
- Enthält ausgewählte Wildkräuter für Landschildkröten und eignet sich als Kräuterwiese für Landschildkröten zur dauerhaften Bereitstellung natürlicher Futterpflanzen im eigenen Garten.
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Warum Pflanzenvielfalt wichtiger ist als die Frage nach Licht- oder Dunkelkeimern
Bei der Ernährung europäischer Landschildkröten sollte nicht die Keimungsart einer Pflanze im Mittelpunkt stehen.
Viel wichtiger ist die Vielfalt geeigneter Wildkräuter.
In den mediterranen Lebensräumen finden Landschildkröten je nach Jahreszeit, Niederschlag und Standort ein wechselndes Pflanzenangebot vor. Im Frühjahr steht häufig frischer Pflanzenwuchs zur Verfügung, während die Vegetation in trockenen Sommerperioden vielerorts zunehmend ausreift und verdorrt.
Diese natürlichen Veränderungen sollten wir auch bei der Gestaltung unserer Freigehege berücksichtigen. Ein naturnahes Gehege muss deshalb nicht das ganze Jahr über gleichmäßig grün sein.
Vielmehr sollten unterschiedliche Pflanzenarten und Vegetationsstrukturen vorhanden sein, die sich im Laufe der Jahreszeiten entwickeln können.
Lichtkeimer sind dabei ein interessanter Bestandteil, aber keineswegs die Grundlage einer gesunden Ernährung.
Entscheidend ist nicht, wie eine Pflanze keimt, sondern ob sie als Futter geeignet ist und zu den natürlichen Bedingungen des Geheges passt.
Häufige Fragen zu Lichtkeimern im Schildkrötengehege
Fazit: Mit der Natur arbeiten statt gegen sie
Die Aussaat geeigneter Wildkräuter ist eine gute Möglichkeit, die Vegetation eines Schildkrötengeheges langfristig zu bereichern.
Dabei lohnt es sich, die unterschiedlichen Keimungsansprüche der Pflanzen zu kennen.
Während manche Samen für eine erfolgreiche Keimung auf Licht angewiesen sind, können andere auch unter einer dünnen Erdschicht keimen oder benötigen zusätzliche Umweltreize.
Für die naturnahe Haltung europäischer Landschildkröten ist aber etwas anderes noch wichtiger: ein abwechslungsreich gestaltetes Freigehege mit geeigneten Futterpflanzen, offenen Bodenstellen, unterschiedlichen Vegetationszonen und möglichst natürlichen Entwicklungsabläufen.
Nach mittlerweile 25 Jahren Beschäftigung mit Landschildkröten ist mir besonders wichtig, dass wir ihre natürlichen Lebensräume nicht nur als Vorbild betrachten, sondern versuchen, die ökologischen Zusammenhänge dahinter zu verstehen.
Denn ein gutes Schildkrötengehege besteht für mich nicht einfach aus einer Ansammlung geeigneter Futterpflanzen.
Es ist ein kleiner Lebensraum, in dem Pflanzen, Boden, Witterung und Tiere miteinander in Verbindung stehen.
Und genau das macht die naturnahe Haltung europäischer Landschildkröten für mich bis heute so faszinierend.Hinweis: Dieser Artikel verbindet meine persönlichen Erfahrungen aus der naturnahen Haltung europäischer Landschildkröten seit 2001 mit botanischen Fachinformationen und wissenschaftlichen Untersuchungen zur Samenkeimung. Da die Keimbedingungen je nach Pflanzenart, Saatgut und Standort unterschiedlich ausfallen können, sind die genannten Aussaatempfehlungen als Orientierung zu verstehen.

Quellenangaben:
Floraweb
Mein Schöner Garten – 10 Tipps rund um die Aussaat
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